Die spektakuläre Ratssitzung, in der OB Bärbel Dieckmann wegen des WCCB-Skandals zum Rücktritt aufgefordert wurde, ist vorbei.
Zwei WCCB-Verdächtige schmoren unter anderem wegen Betrugsverdachts im Klingelpütz. Was nun? Auf der Baustelle des Millionen-Projekts im ehemaligen Regierungsviertel ist kaum noch was los. Nichts Genaues weiß man nicht bei der Stadt Bonn. Vize-Sprecherin Dr. Monika Hörig: „Wir haben keinerlei Einblicke, wie es jetzt auf der Baustelle weitergeht.“
Auch vor Ort herrscht momentan Ratlosigkeit. WCCB-PR-Managerin Eva Lenz: „Der Kollege aus dem Baubüro ist nicht im Hause“, sagte sie auf EXPRESS-Anfrage. „Anfang nächster Woche können wir mehr dazu sagen.“
Wo steckt eigentlich Dr. Man-Ki Kim, der Mann, der das Projekt WCCB als Investor auf den Weg gebracht hat und gegen den ein Ermittlungsverfahren läuft? „Wir wissen nicht, wo sich Herr Kim aufhält“, so Hörig. Oberstaatsanwalt Fred Apostel will sich dazu nicht äußern.
Derweilen sitzen WCCB-Architekt Young-Ho Hong und Rechtsanwalt Dr. Michael Thielbeer weiter im Klingelpütz in U-Haft. Hong wird Untreue, Thielbeer Bestechlichkeit vorgeworfen. Die Fahndung nach Kim läuft, möglich, dass er in Amerika untergetaucht ist.
Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann hat es in der Ratssitzung deutlich gesagt: Sie wird nicht zurücktreten, sich ihrer Verantwortung bis zum Ende ihrer Amtszeit im Oktober stellen. Was machen jetzt die Fraktionen, die Dieckmann zum Rücktritt aufgefordert haben? „Wir werden jetzt fraktionsübergreifend dafür sorgen, dass die OB die ihr vorliegenden Informationen herausrückt“, so Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt.
„Zur Not muss das gerichtlich geklärt werden. Wir prüfen die Möglichkeit eines Eilverfahrens.“ Benedikt Hauser, CDU-Fraktionschef: „Wir nehmen die Entscheidung der Oberbürgermeisterin zur Kenntnis. Wir wussten, dass wir rechtlich nichts mehr ausrichten können, so kurz vor Ende der Amtszeit. Deshalb hätten wir den Rücktritt von Frau Dieckmann als Übernahme der poltischen Verantwortung begrüßt.“
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