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Bahnhöfe als Klo-Ersatz: Hier hat Sauberkeit Endstation

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Bahnhof Bad Godesberg: Albert Rüdig (43) stinkt es gewaltig, dass es hier oft nach Urin riecht.
Bahnhof Bad Godesberg: Albert Rüdig (43) stinkt es gewaltig, dass es hier oft nach Urin riecht.
Bonn –  

Über 9000 Reisende nutzen jeden Tag den Bad Godesberger Bahnhof – und kein Klo weit und breit! Ein Problem, das man sehen und vor allem riechen kann. Aber auch, wer keine Treppen steigen kann, ist aufgeschmissen. Immerhin tropft kein Wasser durch das Dach, so wie im Bonner Hauptbahnhof...

Bonns Bahnhöfe – hier hat Sauberkeit Endstation. Besonders übel trifft es Pendler von und nach Bad Godesberg. Der Tunnel zu den Gleisaufgängen: eine Zeitmaschine! Als ob dort seit dem Zweiten Weltkrieg nichts repariert worden wäre. Abgeplatzte Kacheln, Moos an den Wänden, zerbeulte Uralt-Automaten.

Das ist nicht nur hässlich, sondern auch peinlich. Eine Visitenkarte der Bundesstadt, die niemand braucht. Und ständig liegt ein Hauch Urin in der Luft...

„Hier fragen täglich Dutzende Leute, ob sie unsere Toilette benutzen dürfen“, klagt die Mitarbeiterin eines Reisebedarf-Ladens im Bahnhof. Aus versicherungsrechtlichen Gründen muss sie immer ablehnen: „Manchmal wird man da richtig beschimpft von den Kunden.“

Auch für behinderte Menschen ist der Bahnhof eine Zumutung: „Kürzlich suchte eine Frau händeringend Hilfe. Ihr im Rollstuhl sitzender Bekannter kam schlicht nicht vom Gleis runter“, sagt die Kauffrau.

Wann passiert hier endlich etwas? Ein Bahnsprecher verspricht EXPRESS: „Ende 2014 starten wir mit dem Neubau der Personenunterführung im Bahnhof Godesberg.“ Auch drei Aufzüge sollen eingebaut werden, das marode Dach des Hauptbahnhofs werde ab Sommer 2014 saniert. Bis dahin brauchen Reisende auf dem Bahnsteig einen Schirm.

Und das fehlende Klo im Bahnhof Godesberg? Bahn und Stadt winken ab: Kein Geld! Immerhin, die DB würde den Platz kostenlos zur Verfügung stellen. Die Landtagsabgeordnete Renate Hendricks (SPD) kümmert sich seit Jahren um den Fall. „Die nächste öffentliche Toilette ist fünf Minuten Fußweg entfernt am Moltkeplatz - das ist nicht zumutbar“, erklärt Hendricks. Derzeit befindet sie sich in Verhandlungen mit einem Toilettenbauer. Rund 70000 Euro würde das stille Örtchen kosten.

Aber wer es finanzieren soll, ist weiter unklar.

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