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Empfehlen | Drucken | Kontakt 14.02.2013 - 21:30 Uhr

Bahn-Crash : So gefährlich ist der "Knopf im Ohr"

Von IRIS KLINGELHÖFER und OLIVER PERGHER
Hier prallte ein Fußgänger mit dem Kopf gegen die Bahn.
Hier prallte ein Fußgänger mit dem Kopf gegen die Bahn.
Foto: Koll
Bonn/Düsseldorf –  

Auf der Graurheindorfer Straße lief ein Fußgänger (22) vor eine Straßenbahn – er hatte sie nicht kommen hören, trug Ohrstöpsel eines MP3-Players. In Kessenich baute ein Radler einen Unfall, weil er über Kopfhörer laute Musik hörte. Modetrend „Knopf im Ohr“: Immer häufiger kommt es dadurch zu Unfällen! In Düsseldorf bezahlte ein 23-Jähriger das Musikhören jetzt fast mit seinem Leben…

Auch er wurde von einer Straßenbahn erfasst, knallte mit dem Kopf in die Windschutzscheibe – Lebensgefahr! Wie schnell so etwas passiert, wenn man im Straßenverkehr durch laute Lieblingsmusik abgelenkt wird – die Bonnerin Ines P. (44) hat es selbst erlebt.

„Ich bin auf der Kölnstraße nur ganz knapp vor einer Bahn her, ich spürte schon den Windzug“, erzählt sie. „Der Fahrer hatte mich durch lautes Klingeln gewarnt, aber das hörte ich wegen der Musik nicht.“

Riskante Situationen, Fast-Unfälle: Inzwischen ist das quasi an der Tagesordnung.

Professor Günther Rotter
Professor Günther Rotter
Foto: privat

„Wir warnen Fußgänger und Radfahrer vor dem Hören lauter Musik über Kopfhörer oder Ohrstöpsel“, erklärt die Bonner Polizeisprecherin Daniela Lindemann. „Man bekommt so weder Klingelzeichen, Hupen noch Warnrufe mit. Daher verbietet es die Straßenverkehrsordnung auch.“

Laut Lindemann beträgt die Geldbuße bei Verstößen im Einzelfall fünf Euro. Geradezu läppisch!

„Aus meiner Sicht ist es lebensgefährlich, im Verkehr Musik zu hören“, stellt Musikpsychologe Professor Günther Rötter von der Uni Dortmund klar. „Die Frequenzen selbst leiser Musik löschen die Frequenzen der Umweltgeräusche geradezu aus.“

Bislang kam es in Bonn zum Glück zu keinen Horror-Unfällen. Zwar wurde der 22-jährige Musikhörer am Bahnübergang Graurheindorfer Straße von der Bahn erfasst und ins Gleisbett geschleudert, doch er erlitt nur leichte Armverletzungen.

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