Jahrhunderte lang zitterte ganz Europa vor ihnen – den stürmischen Mongolenhorden. Wie sie lebten, wie sie sich kleideten, wie sie jagten und kämpften – das alles zeigt eine einzigartige Ausstellung in Bonn. Ein tausend Jahre alter mongolischer Reflexbogen mit Goldintarsien, Köcher mit Pfeilen, Sättel und Kleidungsstücke: Das alles ist ab Donnerstag im LVR-Landesmuseum zu sehen.
Als die mongolischen Archäologen 2005 diesen 1300 Jahre alten Schatz in Felsspaltengräbern gefunden hatten, standen sie vor einem Problem: Im dem asiatischen Land gab es keine Möglichkeit, diese Schätze zu restaurieren und zu konservieren.
Was für ein Glück, dass die mongolischen Wissenschaftler drei Jahre später die Fundstücke ihren Bonner Kollegen zeigten. Da stand für diese fest: „Wir werden den Mongolen helfen, diese Gegenstände zu untersuchen und zu restaurieren.“ Dafür brachte man die Fundstücke nach Bonn. Im Gegenzug darf jetzt das LVR-Landesmuseum zum ersten Mal in Europa diese Schätze dem Publikum präsentieren.
„In dem trockenen Klima auf bis zu 3 000 Meter Höhe sind die Gegenstände sehr gut erhalten geblieben“, freut sich Dr. Jan Bemmann, Professor für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie an der Uni Bonn. „Für Europa sind es deswegen einzigartige Ausstellungstücke, weil bei uns aus dieser Zeit keine vergleichbare Holzgegenstände erhalten geblieben sind“.
Die Ausstellung läuft bis zum 29. April. Hier können Besucher u.a. auch lernen, wie man einen Bogen zusammenbaut. Erwachsene 8 Euro; Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre frei.
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