Bonn - Es war gegen sieben Uhr in der Früh als es kurz vor der Kennedybrücke ganz gewaltig schepperte: Der Kapitän eines vollbeladenen niederländischen Tankschiffes hatte zu spät bemerkt, dass sein Gefährt aus dem Ruder lief und verursachte so den vermutlich teuersten Auffahrunfall des Jahres.
„Wir befürchten, dass der Schaden mindestens in den sechsstelligen Bereich geht“, so die geschockte Miteignerin der Moby Dick, Petra Gottschlich. „Denn durch die Kollision hat das Schiff einen großen Schaden an Backbord (Fahrtrichtung links, die Red.) erlitten.“
Durch die gewaltige Wucht des Aufpralls wurde das mehrere hundert Tonnen schwere Passagierschiff auf den mächtigen Ponton der Anlegestelle der BPS gedrückt, auf dem es nun mit leichter Schlagseite aufliegt. Der ebenfalls nicht gerade leichte Stahlponton wurde rund sechs Meter verschoben, bis er seinerseits auf der Uferbefestigung aufsetzte. Wie ein Mahnmal ragt der aus seiner Uferbefestigung gerissene Landungssteg jetzt in die Uferpromenade.
Wie groß der Schaden am Schiff aber wirklich ist und wie man es ohne weiter Schäden von dem Ponton wieder herunterbekommt, ist noch nicht raus.
„Klar ist nur, dass die Moby Dick jetzt für mehrere Wochen auf eine Werft geschleppt werden muss. Zwar ist sie noch fahrfähig, aber wir wollen Folgeschäden vermeiden“, so Petra Gottschlich. Vermutlich wird die Poseidon mit einem der erfahrensten BPS-Kapitäne an Bord die Schleppfahrt übernehmen.
Besonders bitter für die von den hohen Treibstoffpreisen in letzter Zeit sowieso schon gebeutelte Reederei: „Wir werden wohl nicht alle Kosten von der gegnerischen Versicherung bezahlt bekommen“, ist sich die Schiffseignerin sicher: „Denn die bezahlt immer nur den Zeitwert.“
Zumindest die Kunden, die eine der Veranstaltungen auf der Moby Dick gebucht haben, haben Glück: Sie werden auf andere Schiffe umgebucht.
Auslöser des Crashs war übrigens eine Unnachtsamkeit, so der Wasserschutzpolizei-Einsatzleiter Hans Georg Ernst: „Der niederländische Kapitän ist kreuzunglücklich. Er war nur kurz gegen sein Steuer gekommen und bevor er bemerkte, dass sein Schiff aus dem Ruder lief, war es schon zu spät.“ Alkohol soll bei der Kollision keine Rolle gespielt haben.
Die Bilder der havarierten Moby Dick - rechts durchklicken!
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