Bonn - Blutiges Unglück auf der Hardthöhe. Ein Soldat (18) musste im Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden - mit einer Schusswunde! Der junge Gefreite hatte sich mit seiner Dienstwaffe P 8selbst angeschossen.
Was in der Südwache des Hauptsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung genau passiert ist: unklar. „Das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen“, erklärt Oberstleutnant Thomas Scheibe.
Der junge Bonner war im Wachdienst, als sich mittags offenbar versehentlich der Schuss aus seiner Waffe löste. Die P8 ist die Standard-Dienstpistole der Bundeswehr, dient der Verteidigung im Nahkampf. 15 Patronen á neun Millimeter - eine davon bohrte sich mit einer Geschwindigkeit von 360 Metern pro Sekunde in den Oberschenkel des 18-Jährigen.
Hilfe war zum Glück sofort da. Auf der Hardthöhe gibt es ein Fachsanitätszentrum - die tiefe Fleischwunde des Gefreiten konnte daher schnell behandelt werden. Über die Pforte wurden zudem Rettungskräfte alarmiert. Kurz Zeit später waren auch schon der Duisdorfer Rettungswagen samt Godesberger Notarzt vor Ort.
Nach der Erstversorgung wurde der verletzte Soldat ins Malteser Krankenhaus gebracht, dort operiert. „Ihm geht es inzwischen wieder gut“, so Oberstleutnant Scheibe. Folgeschäden seien nicht zu erwarten.
Aber womöglich Folgen. Wer hat an dem Unglücksmittag gegen was verstoßen? Wurde die Dienstwaffe, aus der der Schuss fiel, unsachgemäß gehandhabt? Das müssen jetzt die zuständigen Feldjäger sowie die Disziplinarvorgesetzten klären.
Ein Fall für die Bonner Kripo ist es nach derzeitigem Stand nicht. Polizeisprecherin Daniela Lindemann: „Bei solch einem Unglücksfall, bei dem man sich selbst verletzt, liegt keine Straftat vor.“
Schüsse aus der Dienstwaffe: In vielen anderen Fällen haben sie tragische Hintergründe. Im letzten Jahr richteten vier Polizisten aus der Region ihre Waffe gegen sich selbst. Wie Norbert Kreuzer (†49), Hennefer Kommissariatsleiter. Er erschoss sich im Keller der Wache (EXPRESS berichtete).
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