Bonn - Eklat bei „Afrika! Afrika!“ Statt Tanz und Akrobatik bekamen die Zuschauer auf dem Museumsplatz erst mal einen Streik der Künstler auf der Bühne zu sehen. Die zoffen sich mit dem Veranstalter wegen ihrer Gagen - und das Publikum durfte es ausbaden…
Fatima Lissek (47) ist wütend: „Wir waren mit zwei Erwachsenen und vier Kindern da, haben insgesamt 312 Euro bezahlt - aber was wir erleben mussten, war sehr unprofessionell und einfach blöd.“
Um 20 Uhr ging’s mit Gesang los. „Dann kam ein Künstler auf die Bühne, zeigte mit der Hand ein Fragezeichen, danach Diskussionen auf der Bühne. Wir dachten, das gehöre zum Programm.“
Nach einer halben Stunde stellt der Veranstalter klar, dass es Streit gebe. Lissek: „Viele Zuschauer wollten sich an der Kasse ihr Geld zurückgeben lassen. Doch die Kassiererin war verschwunden.“
Tumulte, Buh-Rufe, Pfiffe: Um 20.45 Uhr startete das Programm. „Aber das dauert nur etwa 45 Minuten.“ Doch statt Geld zurück bekam Fatima Lissek am nächsten Tag ein Fax vom Veranstalter vorgelegt: Die Show sei komplett gezeigt worden.
Unglücklich über den Streik ist der örtliche Veranstalter Oliver Gabriel von Gabriel Concerts. „Da wir bereits vor Wochen die Gagen an die »Afrikanische Zirkus GmbH« überwiesen haben, ist es für uns einfach nur peinlich und unangenehm.“
Während Gabriel aber erklärt, das komplette Programm sei gezeigt worden, meint Martin Noetzel, Geschäftsführer von „Kult Event“, der Betreiberfirma der Museumsmeile: „Das Ensemble hat genau 1 Stunde und 3 Minuten gespielt. Ich empfehle allen Besuchern, die ihr Geld zurückhaben möchten, sich ein Programmheft und Zeitungsartikel zu besorgen und damit Klage einzureichen. Wir als Betreiber distanzieren uns von einem solchen Gebaren.“
Warum der Bonner Gagen-Streit? „In den letzten Tagen wurden von einigen Tanzensembles Forderungen laut, dass die von ihnen gezahlten Steuern während ihrer 3,5-jährigen Gastspielreise von uns an sie zurückerstattet werden sollen“, so Matthias Hoffmann, Chef von Prime Time Entertainment, der die Show präsentiert. Diese Steuern verlange aber der europäische Gesetzgeber.
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