Bonn/Königswinter - Die Dame von Adel pflegte abends gern an ihrem Pfeifchen zu ziehen...
Weil die kiffende Freifrau (57) massenweise Marihuana an ihrem Swimming-Pool züchtete, landete sie jetzt vorm Richter.
Die verbotenen Pflanzen waren überhaupt nicht zu übersehen. Bis zu 2,50 Meter waren sie am Schwimmbecken in die Höhe geschossen. Die Aristokratin jetzt vor Gericht: „Das ist mir über den Kopf gewachsen.“
Im Februar 2008 hatte sie nicht weniger als 47 große Pflanzenkübel besorgt und rund ums Swimming-Pool platziert. Dann setzte sie Samen ein. Die Königswinterin: „Die Samen waren gesammelte Werke.“
Die Ernte führte allerdings nicht die Freifrau durch - das besorgte die Polizei, die Ende September 2008 ordentlich rodete am Pool. Nachbarn hatten Ermittlern einen Tipp gegeben. Das Landeskriminalamt wog den Ertrag: Satte 18 Kilo „Gras“ hatte die 57-Jährige liebevoll hochgezogen. Das brachte die Freifrau jetzt vors Gericht: Besitz von Drogen in nicht geringer Menge.
Die Frau beichtete, schon seit dem 16. Lebensjahr zu kiffen - erstmals im sagenumwobenen Jahr 1968. Die Angeklagte: „Ich bin ein Alt-Hippie.“ Immer abends würde sie sich gern ein Marihuanapfeifchen durchziehen. „Wie andere ein Gläschen Rotwein trinken.“
Jetzt im gesetzteren Alter will die Angeklagte aus Cannabis eher medizinischen und ästhetischen Nutzen ziehen. „Ich brauche es als Naturheilmittel zum Einschlafen.“ Und: „Ich habe Freude an Pflanzen. Diese hier waren einfach wunderschön.“
Richter Manfred Aps sah die Sache nüchterner. „Bei Alt-68ern ist verbreitete Meinung, Hasch wäre harmlos. Das ist falsch.“ Urteil: Anderthalb Jahre und zwei Wochen Knast auf Bewährung. Die Freifrau: „Ich trinke jetzt lieber Johanniskraut-Tee.“
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