Empfehlen | Drucken | Kontakt29.01.2012 - 20:57 Uhr

38.000 Puten und Gülle : Das stinkt vielen Anwohnern

Von SEBASTIAN ECKERT
Schon bald gackern in Meerhof bei Palmersheim fast dreimal so viele Puten wie bisher.
Schon bald gackern in Meerhof bei Palmersheim fast dreimal so viele Puten wie bisher.
Foto: privat
Euskirchen –  

Neues vom Hühner-Zoff: Bald gackern in Meerhof bei Palmersheim fast dreimal so viele Puten. Statt 14.000 stehen bald 38.520 Tiere in den Hallen. Ihr Kot dient zur Stromgewinnung. Anwohner fürchten Geruchs- und Gesundheitsbelastungen.

Jetzt wird er vergrößert: Der Putenmastbetrieb Meerhof in Palmersheim. Auch die angeschlossene Biogasanlage wächst: Von 1243 auf 2486 Kilowatt. Walter Thomaßen von der Stadt Euskirchen: „Nachdem alle Gutachten vorhanden waren, hat die Stadt die Genehmigung am 22. Dezember 2011 erteilt.“ Auch Bürger-Bedenken seien berücksichtigt worden.

Der Bescheid sorgt für dicke Luft bei Karla Detro von der Initiative „Frischluft statt Tierfabriken.“ Sie sorgt sich um die Gesundheit der Anwohner: „Es geht nicht nur um den Meerhof.“

Denn auch in Kuchenheim soll ein Legehennenbetrieb vergrößert werden: von 14.000 auf 260.000 Tiere, dazu kommen zwei Biogasanlagen. „Euskirchen baut alles direkt am Kreis-Rand in unserer Windrichtung.“

Ihrer Ansicht nach werde der Meerhof vor allem vergrößert, um die Biogasanlage effizienter zu betreiben. Und: Es drohe auch Gefahr für die Gesundheit. „Bei der Vergärung überleben Bakterien und Antibiotika.“ Die Reste wandern aufs Feld - und damit in die Nahrung.

Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz: „Der Betreiber führt seinen Hof gewissenhaft. Das Problem ist, dass hier immer mehr solcher Betriebe entstehen, ohne uns Nachbargemeinden mit einzubeziehen.“ Die Anhäufung könne zu mehr Verschmutzung und erhöhtem Verkehrsaufkommen führen: „Eine Beeinträchtigung für die Bewohner.“

Hofbetreiber Rainer von Meer zu den Vorwürfen: „Meine Tiere bekommen weder Antibiotika noch medizinische Prophylaxe. Wir sind ein Gesundstandort und Vorzeigebetrieb.“ Seit fünf Jahren betreibt er die Biogasanlage. Monatlich werde das Gärsubstrat auf schädliche Reste untersucht, ohne Befund.

Zudem gäre der Kot 100 Tage bei 50˚C, da überlebe nichts. Geruch entstünde auch nicht: Höchstens zweimal jährlich lasse sich innerhalb von 700 Metern etwas feststellen. „Was dann auf die Felder kommt, stinkt 90 Prozent weniger als das, , was normaler Kot riechen würde.“

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