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3300 Flüchtlinge: Bonner Sportler zeigen OB die Rote Karte

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Das kann dem OB nicht gefallen – die Flüchtlingspolitik seiner Stadtverwaltung sieht sich großer Kritik ausgesetzt.

Foto:

Kuffner

Bonn -

21 der 100 Bonner Sporthallen will die Stadt bis Juni nach und nach mit Flüchtlingen belegen. „Ein irreparabler  Schaden für die  Bonner Vereinslandschaft“, ist  Michael Scharf sicher. Der erste Vorsitzende des Stadtsportbunds Bonn (SSB) lässt kein gutes Haar an der Flüchtlingspolitik der Stadt. Und er steht mit seiner Kritik nicht alleine da.

Rund 360 Vereine mit 76000  Mitgliedern werden vom SSB vertreten  – das ist ein Viertel aller Bonner! Viele von ihnen sorgen sich jetzt darum, wie und vor allem wo sie bald ihren Sport ausüben sollen.

Zwar umfasst die  neue Notmaßnahme „nur“ rund ein Viertel aller Bonner Sporthallen – doch sind alle großen Mehrzweckhallen betroffen! „Wenn die belegt sind, muss  der Spielbetrieb aller großen Sportarten quasi eingestellt werden“sagte uns Scharf. „Egal ob Hand-, Volley-, oder Basketball – Ligaspiele werden  nicht mehr möglich sein!“
Außerdem würden neben Schul- und Vereinssport auch viele Angebote  für Flüchtlinge ausfallen.  Dabei sei Sport eine wichtige integrativen

Maßnahme, die man unabhängig von sprachlichen Barrieren sofort anbieten könne.

Sporthallen sind unbestritten die schlechteste Alternative für alle Seiten. Rund 1800 Euro  pro Monat kostet die Stadt die Unterbringung eines Flüchtlings in einer Halle – die irgendwann anfallenden Sanierungskosten nicht eingerechnet!  Zum Vergleich: In einem Übergangswohnheim (600 Euro) oder in einer Wohnung (840 Euro) sind die Monatskosten weitaus geringer.

Auch die Bonner Politik fühlt sich von den Plänen regelrecht überrollt. So wettert etwa  MdL  Joachim Stamp (FDP): „Die jetzt vorgelegte Liste von Sporthallen ist weder mit den betroffenen Schulen und Vereinen noch mit irgendeinem Stadtverordneten besprochen worden!“

„Bonn ist am Rande der Belastbarkeit“, warnt CDU-Kreisvorsitzender Christos Katzidis. Parteifreunde seines Kreisverbands sendeten  zusätzlich einen offenen Brandbrief an Kanzlerin Merkel, prangerten darin die Bonner Zustände an. Der Bürgerbund Bonn sieht gar den sozialen Frieden in der Stadt gefährdet.

Wohl aufgrund der harschen Reaktionen nahm Sport- und Kulturdezernent Martin Schumacher gestern eilig den Hörer in die Hand, warb bei Kulturinstitutionen um Alternativräume für Hobbysportler. „Alle haben sofort große Bereitschaft signalisiert“, so Schumacher.

Foyer und Ballettsaal der Oper, die Probebühne der  Halle Beuel  oder das Foyer der Kammerspiele stünden etwa schon zur Verfügung.  Für den Sportbund wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Für Aschermittwoch ruft der  SSB zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung auf.