Heiß und kalt: So wurde einem, als Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch erklärte, wie es jetzt in Sachen Konferenzzentrum (WCCB) weitergehen kann.
Heiß, weil endlich der Gordische Knoten durchschlagen scheint, die Stadt schon bald „Chefin“ des WCCB werden kann. Kalt, weil mit Millionensummen jongliert wird, die Bonn dieser „Heimfall“ kostet.
Da wären die 10 Millionen Euro, die an den Insolvenzverwalter gezahlt werden müssen. Außerdem die 104 Millionen Euro Grundschuld. Plus 75 Millionen Euro für den Weiterbau. Dann noch ein bisschen Umsatzsteuer – und der 200-Millionen-Hammer ist perfekt!
Am 8. Juli soll der Rat den „Heimfall“ auf den Weg bringen, für die 10 Millionen Euro Kämmerer Professor Ludger Sander eine zusätzliche Kreditermächtigung erteilen.
38 Millionen Euro bekommt die Sparkasse für bestehende Belastungen – die werden auf die Grundschuld in Höhe von 104 Millionen Euro angerechnet. Und die 75 Millionen Euro Bau-Kosten? Die müssten über den Haushalt finanziert werden – wenn sich nicht ein Investor findet.
Hammer-Zahlen! Doch OB Nimptsch versucht den Schock zu lindern. Wenn alles glatt geht, „könnte es noch vor Jahresende den ersten Hammerschlag geben“. Heißt: Das WCCB wird zu Ende gebaut.
Und was hätte die Stadt dem 200-Millionen-Hammer entgegenzusetzen? Den Wert des WCCB: geschätzte 180 Millionen. „Meine Lieblingsvorstellung“, so Nimptsch.
Tanzt dann endlich wieder der Kongress, soll das Geld nur so fließen – in die Taschen der Stadt, der Gastronomie, der Hoteliers, der Bonner Geschäftsleute.
Am Tag lässt ein Kongressteilnehmer 172 Euro in der Stadt. Die Zahl der Übernachtungen würde um 200 000 steigen. Schon jetzt summieren sich UN-Aufträge, Kongresse und Ausgaben der 800 UN-Beschäftigten auf 65 Millionen Euro.
Und noch ein Hoffnungsschimmer: Möglich, dass der Bund Bonn noch ein wenig unter die Arme greift. Die Rede ist von immerhin 35 Millionen Euro aus dem Topf „Pflege der Bestandsbauten“.
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