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Express.de | 190 Kilo Gras: Opa dealt gemeinsam mit seinen Enkelinnen
01. February 2016
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190 Kilo Gras: Opa dealt gemeinsam mit seinen Enkelinnen

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190 Kilo Cannabis soll die Familie verkauft haben. Mit einem Gesamtwert von 1,14 Millionen Euro ist das kein klein angelegtes Geschäft gewesen.

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imago/blickwinkel

Bonn/Bornheim/Alfter -

Im Juni 2015 feierten Fahnder von Polizei und Staatsanwaltschaft einen tollen Erfolg: Bei einer großangelegten Razzia hatten die Ermittler einen Bonn-Kölner Drogenring gesprengt.

Fünf Personen waren festgenommen, 215.000 Euro und rund 22 Kilo Gras sichergestellt worden. Inzwischen ist die Anklage fertig. Das 24-Seiten-Dokument offenbart: Es ist alles noch krasser als gedacht!

Ganze Familie dealt

Was damals nicht bekannt wurde: Hinter den Rauschgift-Geschäften steckte gleich eine ganze Drogen-Sippe! Krass: Vater Thomas U. (39, Name geändert) und Opa Helmut (69) zogen laut Anklage sogar Isa und Lena mit in ihre krummen Geschäfte rein – die Mädchen sind gerade mal 20 und 16 Jahre alt!

Mitsamt einem Komplizen wird sich die Drogen-Sippe demnächst vor dem Landgericht wiederfinden. Staatsanwalt Ulrich Kleuser wirft dem Quintett  bandenmäßigen Handel mit Drogen in nicht geringer Menge und mit Waffen beziehungsweise entsprechende Beihilfe vor.

190 Kilo Gras in drei Monaten

„Nicht gering“ ist hier noch weit untertrieben: In gerade mal drei Monaten soll die „Gras-Familie“ 190 Kilo (!) Marihuana, das sie in den Niederlanden besorgt hatte, umgesetzt haben – Gesamtwert: satte 1,14 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind die 22 Kilo, die bei der Razzia sichergestellt wurden (Wert: 132.000 Euro).

Oberstaatsanwalt Robin Faßbender: „Das ist für deutsche Verhältnisse Großhändler-Stufe.“

Lange Ermittlungen

Über Monate waren die Ermittlungen gelaufen, bevor die Falle am 24. Juni endlich zuschnappte: Zeitgleich an neun Orten schlugen die Ermittler zu. Nachdem zunächst die Abnehmer des Drogenrings in ihr Visier geraten waren, waren jetzt die Lieferanten dran.

In der Bundesstadt, aber auch in einem 150-Kilometer-Radius um Bonn hatten sie ihren Stoff an den Mann gebracht.

In Bornheim gebunkert

Die 20-jährige Isa hatte in Bornheim eine 35-qm-Wohnung gemietet, die als Bunker für die irrsinnigen Mengen Rauschgift diente. Größte angelieferte Einzelmenge: 16 Kilo Gras. Ihre kleine Schwester soll laut Anklage einmal Marihuana ausgeliefert haben.

Opa Helmut und Papa Thomas haben Teilgeständnisse abgelegt. Der 39-Jährige sowie der Kölner Komplize sitzen noch in U-Haft. Den Männern drohen mindestens fünf Jahre Knast.