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1. SF Brüser Berg: Trainer seit fünf Monaten ohne Geld

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Wie lange wird beim 1. SF Brüser Berg noch gekickt?
Wie lange wird beim 1. SF Brüser Berg noch gekickt?
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Bonn –  

Alarm in der Kreisliga B: Sportlich eilen die Tabellenführer vom 1. SF Brüser Berg von Sieg zu Sieg – aber auf der finanziellen Seite droht eine vernichtende Pleite: Der Ausschluss vom laufenden Spielbetrieb droht.

Die Stimmung am Brüser Berg ist angespannt. Beim letzten Heimspiel gegen den SSV Merten II (4:1) musste der Schiri kurzerhand mit den Einnahmen aus der Tageskasse gezahlt werden.

SF-Coach Ralf Kessel arbeitet im fünften Monat ohne Bezahlung: „Dass ich meine Aufwandsentschädigung von monatlich 250 Euro mit Verzögerung bekomme, war von Anfang an der Fall. Inzwischen kriege ich gar nichts mehr.“

Ursprung allen Übels soll der von Vereinsboss Heinz Hentschel initiierte Neubau des SF-Vereinsheims sein. Immer wieder gab es Verzögerungen, seit über einem Jahr warten die Vereinsmitglieder auf die Fertigstellung des Baus, dessen Finanzierung nebulös erscheint.

Hentschel beschwichtigt: „Im Moment können wir den Außenputz wegen den Witterung nicht fertigstellen. Das läuft alles ehrenamtlich, ich kann also auch keinen Druck auf die Arbeiter ausüben.“

Der Druck auf die Mannschaft kommt dafür jetzt mit der Kraft einer Dampfwalze: Dem Verein wurde eine Strafe von 4.500 Euro aufgebrummt. Wird die nicht bis Dienstag gezahlt, steht ein Ausschluss aus dem Spielbetrieb im Raum – sofort!

Kessel: „Das können wir privat nicht stemmen. Es kann ja nicht sein, dass die Mannschaft für Versäumnisse eines Einzelnen draufzahlen muss.“ Vorstand Hentschel macht sich indes am Brüser Berg rar. SF-Kicker Tim R. (Name geändert) zu EXPRESS: „Er ist für uns nicht erreichbar. Am Trainingsgelände habe ich ihn in diesem Jahr noch nicht ein einziges Mal gesehen.“

Besonders bitter: Der SF hat sozial eine hohe Bedeutung für den Brüser Berg. Der Klub bietet den Kickern aus dem Brennpunkt-Viertel Ablenkung und schafft Zusammenhalt. Tim R.: „Es ist bitter! Wir haben so ein fantastisches Team. Wir waren letzte Saison die fairste Mannschaft der Liga.

Es geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie meine Mannschaftskameraden den Fußball leben und lieben. Viele der Jungs haben sonst nahezu nichts. Uns kann wohl nur noch ein großer Sponsor retten.“ Heinz Hentschel sieht es gelassener: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir sind nun mal nur ein Kreisligist.“

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