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Express.de | „Verbale Attacken“: Schwimmbad-Verbot für Flüchtlinge in Bornheim
14. January 2016
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„Verbale Attacken“: Schwimmbad-Verbot für Flüchtlinge in Bornheim

Schwimmbad Bornheim

Männliche Flüchtlinge dürfen im Bornheimer „HallenFreizeitBad“ nicht mehr ins Wasser eintauchen.

Foto:

imago/biky (Symbolbild)

Bornheim -

Krasse Anmach-Sprüche, eindeutige Gesten: In der vergangenen Woche kam es im Bornheimer „HallenFreizeitBad“ zu unschönen Szenen von sexueller Belästigung durch männliche Flüchtlinge an weiblichen Badegästen.

„Es handelte sich ausschließlich um verbale Attacken“, so Bornheims Sozialdezernent und Erster Beigeordneter Markus Schnapka gegenüber EXPRESS.

Auch seien die Vorfälle nicht zur Anzeige gekommen. „Dennoch“, so Schnapka, „musste gehandelt werden.“

Verbot nur für Männer

Er entschied, dass erwachsenen männlichen Flüchtlingen ab sofort der Zugang zum städtischen Bad verwehrt bleibt. Denn: Es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Vergangene Woche kam es zusätzlich zu einem heftigeren Fall in Bornheim.

Ein 18-jähriger Flüchtling hatte damals eine 54-jährige auf der Straße angesprochen, sie unsittlich berührt und versucht, sie zu küssen. Sie rief um Hilfe, ein Ehepaar in der Nähe reagierte und ging dazwischen. Das Opfer blieb unverletzt, der junge Mann wurde von der Polizei vernommen.

Versammlung in Notunterkunft

Dieser Fall und die Ereignisse im Schwimmbad brachten Schnapka jetzt dazu, in die Offensive zu gehen. Am Donnerstag rief er alle Bewohner der Bornheimer Notunterkunft zu einer Versammlung in das Gemeinschaftszelt.

Die Bierbänke waren voll besetzt, als Schnapka das Schwimmbad-Verbot verkündete. Schon vorab hatte der Sozialdezernent die Maßnahme mit verschiedensprachigen Aushängen in den städtischen Unterkünften bekanntgemacht.

Schnapka: „Bei der Versammlung habe ich deutlich gemacht, dass mir die Entscheidung nicht leichtgefallen ist.“ Ihm sei klar, dass er damit auch viele Unschuldige leiden lasse – auch wenn die zugewanderten Frauen und Kinder nach wie vor das Schwimmbad besuchen dürften.

Flüchtlinge zeigen Verständnis

„Die Menschen haben aufmerksam zugehört und sehr gefasst reagiert“, so der Dezernent. Ihm sei seitens der Flüchtlinge Verständnis entgegen gebracht worden. „Das sind nicht wir, so etwas tun wir nicht“, habe Schnapka oft gehört. 

Das Schwimm-Verbot gilt „bis auf Weiteres“. Schnapka sei in ständigem Kontakt mit den Betreuern, die sich um die rund 300 Flüchtlinge in seinem Beritt kümmerten.

„Von denen mache ich abhängig, wann es wieder aufgehoben wird. Nur sie können mir mitteilen, ob die Botschaft angekommen ist.“