Empfehlen | Drucken | Kontakt02.03.2009 - 00:00 Uhr

Nach Prügel-Skandalen: "Streetworker" für die Brutalo-Kreisliga

Von JAN GERULL
Wolfgang Kopka (68), Bonns erster Fußball-Streetworker.
Wolfgang Kopka (68), Bonns erster "Fußball-Streetworker".
Foto: Hübner-Stauf

Bonn - Randale in der Kreisliga. Der Fußballverband Mittelrhein sagt der Gewalt den Kampf an: Wolfgang Kopka (68) ist Bonns erster Fußball-Lotse. Er sagt: „Ich sehe mich als Fußball-Streetworker.“

Zweimal berichtete EXPRESS zuletzt von Kicker-Schlägereien. Marcus Heide (20) vom TuS Pützchen wurde von zwei Spieler von Blau-Weiß Oedekoven II in die Klinik geprügelt ›.

Während einer Keilerei zwischen Germania Hersel und FV Duisdorf schlug der Keeper der Duisdorfer auf den Linienrichter ein ›.

„Ich verstehe das nicht“, sagt Wolfgang Kopka. „Zu meiner aktiven Zeit gab’s das nicht. Da hat der Schiedsrichter bei einem Foul entschieden und der Gefoulte hat keine Selbstjustiz begangen.“

So wie früher - da will er hin. Der gelernte Erzieher will bei Vereinen, deren Mannschaften zu Unsportlichkeiten neigen, vorsprechen. Er wird knallhart fragen: „Warum prügelt ihr euch? Nehmt in Kauf, dass es rustikal zu Sache gehen kann und ballt meinetwegen die Faust in der Tasche.“ Frei nach dem Motto: Fußball ist Männersport, das Grätschen gehört dazu.

Kopka war über 20 Jahre Spieler und Referee in Köln und Bonn. „Probleme hatte ich nie.“ Sein Erfolgsrezept als Schiri: „Ich habe die Kapitäne in meine Kabine geholt und sie eingenordet. Dann blieb’s ruhig.“

Sein wichtigste Aufgabe als Lotse: Kommt es zur Prügelei, wird er als Vermittler eingesetzt. Er holt beide Seiten an einen Tisch, sorgt für Versöhnung.

Sauer wird er, wenn er die Rudelbildungen in der Bundesliga sieht. „Wieso würgt ein Diego seinen Gegner vor einem Millionen-Publikum?“

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