Ein Evergreen, einer der ersten ganz großen kölschen Hits der Bläck Fööss. Doch eigentlich wollte Peter Schütten mit „De Mama kritt schon widder e Kind“ (1974) den internationalen Durchbruch schaffen.
"Wir waren damals ja noch auf vielen Baustellen unterwegs, eigentlich waren die Stowaways unser Hauptprojekt“, erzählt Schütten. Und da sangen die späteren Bläck Fööss noch englische Texte.
„De Mama kritt schon widder e Kind hieß eigentlich Mama's in the Family Way, also, die Mama ist in anderen Umständen“, erklärt Peter. „Damals haben wir von einer Weltkarriere geträumt, doch die Leute wollten uns auf Kölsch.“
Peter schrieb das englische Stowaways-Stück 1972, die kölsche Version zwei Jahre später. Und die schlug ein wie eine Bombe.
Die Inspiration zum Song kam durch die Pänz in der Nachbarschaft. Peter: „Wir hatten unseren Probekeller am Karolingerring in einem ehemaligen Luftschutzkeller, im Viertel liefen so viele Kinder herum, man wusste gar nicht, zu wem die überhaupt gehörten.“
„Damals waren wir die Nachkriegsgeneration, die Menschen bekamen viele Kinder, damit sie im Alter abgesichert sind“, sagt Schütten, „da gab's noch den Spruch: Jedes Jahr ein Kind, bis wir Deutscher Meister sind.“
Heute darf man das Lied als Plädoyer fürs Kinderkriegen verstehen. „Bei Konzerten sage ich vor dem Lied: Leute, kriegt Babys, sonst bricht das Rentensystem zusammen.“
Peter Schütten selbst ist vor sieben Jahren das erste Mal Vater geworden. Tochter Sunny kam im Krankenhaus Weyertal zur Welt. „Eine unbeschreibliche Erfahrung“, sagt er.
Peter Schütten (67), Gitarre, Gesang, Percussion: Gründungsmitglied. Verheiratet, eine Tochter. Studiert hat er Englisch und Sport auf Lehramt. Zum 40. Jubiläum sagt er: „Ich hätte nie gedacht, dass wir so lange zusammen auf der Bühne stehen würden.“ Peter ist ein Bandtyp: „Ich würde das ungern alleine machen, dränge mich nicht in den Vordergrund.“
Op dem Hingerhoff es d'r Düvel widder los
denn die Schmitze Pänz
sin widder im Revier
Se han sich in d'r Woll
met dem kleine Fritze Koll
weil die Mam vun dem en Hoffnung es
Un singe:
La, la, la, la, la, la, la, la, la,
Ding Mama kritt schon widder e Kind
Dem Fritz es dat zo bunt un sät:
Jetzt halt ens ühre Mund
denn an eines hat ehr nit jedacht
mer packten üch zwar nie
doch bahl ham'mer eine mih
un dann sit ihr nur noch sibbe jäjen aach
Un hä singk: La, la, la...
Doch noh einem Johr
wor dann alles widder klor
denn die Schmitzens
woren diesmol an d'r Reih
wä hät dat jedach
dä kleine Fritz krät bahl ne Schlach
denn jetzt woren Schmitzens widder bei
Un singe: La, la, la...
So erträumte ich mein „Bickendorfer Büdche“
An dieser Stelle hätten wir Ihnen, liebe EXPRESS-Leser, gerne die Elisabeth aus dem „Bickendorfer Büdche“ (2006) vorgestellt. Leider gibt's die Dame gar nicht. Lisbeth erschien Fööss-Pianist Andreas Wegener im Traum.
Ein Song gegen den Rhein-Gestank
Die Fööss wurden für das Lied vom damaligen Bundesinnenminister Werner Maihofer (FDP) geehrt. „Liebe Bläck Fööss, was Sie mit einem einzigen Lied erreichen, schaffen hier ganze Abteilungen nicht“
Zum Abschied am Ende der Schulzeit
"Zesammestonn" von den Bläck Fööss: „Wir arbeiten viel mit Kindern und Jugendlichen an Schulen“, erzählt Biermann, „in diesem Zusammenhang entstand das Lied.“