An dieser Stelle hätten wir Ihnen, liebe Leser, gerne die Elisabeth aus dem „Bickendorfer Büdche“ (2006) vorgestellt. Leider gibt's die Dame gar nicht. Lisbeth erschien Fööss-Pianist Andreas Wegener im Traum – im Strandurlaub in Andalusien.
"Es passiert eigentlich nicht selten, dass ich von Musik träume“, erzählt Wegener dem EXPRESS, „aber je weiter solch ein Traum in die Nacht zurückfällt, umso weniger erinnert man sich am nächsten Morgen an Details.“ Beim Bickendorfer Büdchen war's anders.
Andreas Wegener (54), Piano, Synthesizer, Akkordeon, Gesang: Er ist das Küken der Band, stieg 2005 als Ersatz für den Pianisten Willy Schnitzler bei den Bläck Fööss ein. Vorher spielte er für Still Collins und begleitete Schlager-Star Andrea Berg. Wegener ist verheiratet, hat zwei Töchter. Eine davon wirkt beim Jugendchor St. Stephan mit. Andreas versteht sich als „Friedensstifter“, damit alle harmonisch zusammenarbeiten.
Am Bickendorfer Büdche,
do käuf dä Jupp sing Brütche
beim Lisbeth en enem Tütche,
dat hät e lecker Schnütche.
Un ovends dann am Büdche
verzällt hä unsem Tütche
däm Lisbeth met däm Schnütche,
wie schön ihr Brütche wör.
Jeden Dach dräump dä Jupp
dovun, dat et hück flupp,
denn dä Jupp es zick Johre schon jeck
op dat Lisbeth.
Dat steiht, ov et ränt oder schneit,
en dem Büdche bei im op d'r Eck.
Jedesmol, wenn hä arbeide jeiht,
hät dä Jupp jet, wodrop hä sich freut.
Un dann stellt hä sich vür:
Och, wie schön dat doch wör,
köm dat Lisbeth hück ovend zo mir.
Am Bickendorfer Büdche ...
Jede Naach dräump dä Jupp
vun ener Woosch* un ner Zupp*,
vun nem Julasch met öntlich jet dren.
Suurbrode vum Pääd
un vun Himmel un Äd,
denn hä kann bal kein Brütche mih sin.
Wenn dat Lis dann em Draum vür im steiht,
hä im endlich de Wohrheit ens sät:
Ob met Kies oder Fesch,
bess du he eijentlich
noch et leckerste Brütche für mich.
Am Bickendorfer Büdche...
Lalalalala...
Am Bickendorfer Büdche
Am Bickendorfer Büdche
Do käuf dä Jupp sing Brütche
sing half verdrüschte Brütche...
„Gott sei Dank kam der Song im Morgengrauen angeflogen, so konnte ich mich beim Wachwerden noch an alles erinnern. Ich habe selten ein Musikstück so komplett von A bis Z erträumt“, so Andreas.
„Noch bevor meine Frau das Frühstück für uns bereitete, stand ich mit meiner Musik im Kopf auf, kritzelte schnell ein paar Notenlinien auf den Briefumschlag mit den Reiseunterlagen und schrieb die Melodien und Harmonien auf, damit ich sie nun ja nicht vergesse.“
Geradezu euphorisch schickte Andreas eine SMS an Band-Kollegen Erry Stoklosa: „Hallo, mein lieber Erry. Du wirst es nicht glauben, aber ich habe gerade unseren nächsten Hit komponiert!“ „Erry hat wahrscheinlich gedacht, ich hätte mir im Urlaub 'nen Sonnenstich geholt“, lacht Andreas.
Der Text des Songs entstand erst ein Jahr später, als die Fööss im Sommer 2006 gemeinsam am Album „Do laach et Hätz, do jrins die Fott“ arbeiteten. Stoklosa hatte die zündende Idee vom Bickendorfer Büdchen, Ralph Gusovius und Peter Schütten füllten die Verse mit Inhalt.
„Dass wir erst anschließend auf die Suche nach Lisbeth und unserem Büdchen gingen, war ja klar“, erzählt Andreas. „Leider haben wir sie nicht gefunden...“
Ein Song gegen den Rhein-Gestank
Die Fööss wurden für das Lied vom damaligen Bundesinnenminister Werner Maihofer (FDP) geehrt. „Liebe Bläck Fööss, was Sie mit einem einzigen Lied erreichen, schaffen hier ganze Abteilungen nicht“
Bob Dylan erlaubte diesen schwarzhumorigen Song
"Ein Leben nach dem Tod" von den Bläck Fööss: Das wirkliche Original („Death is not the End“) stammt von der amerikanischen Musik-Legende Bob Dylan.
Hier nehmen die Fööss die Kirche aufs Korn
"Ich wör su jän ens Weihbischof" von den Bläck Fööss: "Das Lied kam zur rechten Zeit“, sagt Kafi Biermann über das Lied von 2008, „denn da ging's mit den Skandalen um die katholische Kirche ja gerade so richtig los.“