Montagabend lassen sich 15 Kandidaten für Wochen und Monate wegsperren und von Kameras beobachten. Im Big-Brother-Haus werden sie zusammen lachen, leiden und bestimmt auch wieder lieben.
Ich war schon da. Als Reporter durfte ich mit zehn anderen Journalisten vor dem offiziellen Start der elften Staffel einen Tag im Haus verbringen, inklusive Match und Strafe.
Der Erfahrungsbericht:
In zwei Gruppen kommen wir ins Haus. Der erste Eindruck: Überwältigend! Warm, bunt, riesig! Wir gehen rum, erkunden unser neues Heim auf Zeit. Im Sprechzimmer werden die ersten neugierigen Bewohner aus Versehen eingeschlossen, hier klappt noch nicht alles. Wir stellen eine schwere Tasche vor die Tür damit sie nicht mehr zufällt, erkunden weiter das Haus.
Der Kühlschrank ist prall gefüllt, wir nehmen uns Gläser und trinken draußen. Im Wohnbereich ist es viel zu warm, das kommt von den Scheinwerfern. Auf der Terrasse tauschen wir erste Eindrücke aus, plaudern, teilen unsere Begeisterung.
Dann auf einmal: Match-Alarm! Wir sollen in den Matchraum, zwei von uns treten gegeneinander an. Das Spiel: Es werden Fragen gestellt, die Antworten sind immer Lebensmittel. Diese müssen erst gegessen und dann genannt werden.
Mitbewohnerin Irmela will nichts essen, sie gibt an Tom ab. Doch auch er hat keine Chance gegen Benno. Dann verkündet BB: Die Strafe gilt für drei Bewohner, Tom soll sich einen aussuchen, der mit ihm und Irmela leidet. Tom kommt auf mich zu, legt den Arm um mich: "Den nehm ich!". BB fragt, ob ich einverstanden bin. Muss ja.
Gemeinsam gehen wir wieder raus, plaudern im Garten, als es passiert: BB gibt uns Anweisung, uns auf der Terrasse aufzustellen. Dann wird auf einmal im Garten die Front eines Kulissen-Hauses runtergelassen. Dahinter: Ein karger Strafbereich! Da müssen wir nun rein.
In dem Strafbereich gibt's nur drei Hängematten, kleine Stühle, rostiges Geschirr - und ein Campingklo! Noch schlimmer: Jetzt, wo wir drei hier schmoren, bekommen die anderen Bewohner eine Essenslieferung und dürfen kochen.
Doch der Große Bruder hat Erbarmen: Nach einigen Minuten dürfen auch wir zu den anderen und mit ihnen gemeinsam Essen. Zwischendurch werden Einzelne von uns immer wieder ins Sprechzimmer gerufen, wo wir dem Großen Bruder berichten sollen.
Kaum haben wir den Teller ratzekahl leergefuttert, kommt auch schon die Durchsage: "Bewohner! Ihr könnt das Haus jetzt verlassen!" Schade. So schnell können vier Stunden vorbei sein. Da sind die richtigen Kandidaten ab Montagabend sicher länger in "unserem" Haus...
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