Der Traum vom Heim-Endspiel in der Champions League ist akut bedroht. Bayern München unterlag im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Basel mit 0:1 (0:0) und steht vor dem Rückspiel am 13. März in der heimischen Arena gewaltig unter Druck.
Dem eingewechselten Valentin Stocker gelang der Siegtreffer des Schweizer Meisters in der 86. Minute. In der ersten Halbzeit hatten der überragende Torhüter Manuel Neuer und eine Portion Glück einen Rückstand der Bayern verhindert, als Basel Latte und Pfosten traf. Die Münchner boten zwar über weite Strecken eine engagierte Vorstellung, offenbarten aber spielerisch erneut Schwächen.
Ribery scheitert am Keeper
Vor 36.000 Zuschauen im ausverkauften St.-Jakob-Park sahen es die Münchner Feinmotoriker nicht gern, dass der strenge Schweizer Winter das Rasen-Grün an vielen Stellen mit Ocker übermalt hatte. Arjen Robben, der Thomas Müller auf die Bank verdrängt hatte, trat bei einigen seiner Sprints immer wieder Rasenstücke los und verlor bald etwas die Lust.
Nur einmal gelang es den Münchnern in der Anfangsphase, schnell in den Basler Strafraum einzudringen. Franck Ribery, der deutlich auffälliger spielte als Robben auf dem anderen Flügel, scheiterte aber mit seinem Flachschuss am gut reagierenden Torhüter Yann Sommer. Vorausgegangen war ein Ballverlust des künftigen Münchners Xherdan Shaqiri, dem wie seinen Kollegen zunächst der Druck der Aufgabe im „Jahrhundertspiel“ anzumerken war.
Doch Shaqiri steigerte sich. Obwohl ihm einige Abspielfehler unterliefen, prägte er mit zahlreichen Vorstößen das Offensivspiel seiner Elf im „wichtigsten Match eines Schweizer Fußballvereins aller Zite“, wie es der Stadionsprecher vor dem Anpfiff formulierte. Das dichte Bayern-Mittelfeld, in dem Anatolij Timoschtschuk und David Alaba verteidigten, war bald kein echtes Hindernis mehr für Shaqiri und Co., zumal sie oft über außen kamen.
Bayern im Alu-Glück
Über rechts, wo Philipp Lahm nicht seinen besten Tag hatte, erspielte sich Basel die erste gute Chance, als Neuer einen Heber von Marco Streller gerade so ins Toraus boxte (16.). Bei der folgenden Ecke hatte Basel den ersten von zwei „Holz-Schüss“ (Schweizer-Deutsch) binnen drei Minuten. In einer kuriosen Szene lenkte Neuer einen Kopfball von Verteidiger Aleksandar Dragovic nach der Flanke von Shaqiri irgendwie an den Innenpfosten. Von da kullerte der Ball die Linie entlang, bis ihn Holger Badstuber wegschlug.
In der 19. Minute knallte der frühere Dortmunder Alex Frei den Ball aus elf Metern freistehend an die Latte. Die Bayern fingen sich jedoch bald wieder. Ribery, der oft auf sich allein gestellte Mario Gomez und Alaba hatten bis zur Pause noch Möglichkeiten zur Führung für die immerhin engagierten Münchner. Insgesamt blieb deren Spiel aber wie der Untergrund: Stückwerk. Das setzte sich so auch in der zweiten Halbzeit fort. Gomez blieb ohne echte Anbindung ans Mittelfeld, Toni Kroos spielte solide, aber längst nicht so kreativ auf der „Zehn“, wie es der Regisseur kann.
Robben reißt nichts
Robben hatte seine beste Szene für lange Zeit nach einer guten Stunde, als er an der Strafraumgrenze ein Foul herausholte. Allein: Robben war es auch, der den Ball beim folgenden Freistoß dann auch zweimal einem Basler an den Rücken schoss. Dennoch war es nicht Robben, sondern der in der zweiten Halbzeit allerdings auch nicht mehr so starke Ribery, der für Müller weichen musste (71.). Müller holte sich gleich in seiner ersten Szene die Gelbe Karte ab, als er Sommer im Kampf um den Ball umrammte. Zuvor war Gomez am Basler „Goalie“ gescheitert. In der Schlussphase traf Stocker zum überraschenden Sieg der Gastgeber.
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