Volle Hütte. Tolle Stimmung. Es war alles angerichtet für ein heißes 50. Derby zwischen den rheinischen Rivalen Bayer und dem FC.
Die Kölner-Anhänger zündeten vor dem Anpfiff bengalisches Feuer. Und dann brannte auch der Rasen. Der Spitzenreiter übernahm gegen den krassen Außenseiter sofort das Heft des Handelns.
Der Ball wanderte wie an einem Schnürchen durch die Reihen. Kein Wunder: Wer seit 23 Spielen nicht mehr verloren hat, wer seit 13 Jahren kein Derby verlor, der kann schon mal mit breiter Brust auftrumpfen.
In Minute 13 schon mal die erste Leverkusener Duftmarke. Der Finne Sami Hyypiä stieg hoch, köpfte aus 10 Metern aufs Kölner Tor. Faryd Mondragon rettete mit einer Glanztat. Und dann fing das Rätseln an. War der Ball drin?
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Selbst die Zeitlupe konnte keinen Aufschluss bringen. „Ich denke“, mutmaßte Bayer-Sportchef Rudi Völler, „der Ball war mehr drin als draußen.“ Glück gehabt, FC. Schiri Knut Kircher ließ weiter laufen und irgendwie verlor das „spielstärkste Team in Deutschland“ (FC-Präsident Wolfgang Overath) seine Linie.
Der FC, der Beton angerührt hatte und lediglich drei gelernte Offensivspieler aufbot, kämpfte sich in die Partie. Angeführt vom fleißigen Lukas Podolski setzten sie die Bayer-Offensive matt. Und kamen zu ihrer einzigen Großchance. In Minute 33 tauchte plötzlich Sebastian Freis vor René Adler auf. Er wartete, er lupfte, er traf aber völlig freistehend nur das Gesicht des Nationalkeepers. Was für ein Pech.
„Wir müssen einen Zahn zulegen“, forderte Völler in der Halbzeitpause. Aber es wollte einfach nicht mehr so richtig fluppen bei Bayers Zauberjungs. Einmal noch hatten die Leverkusener Fans den Torschrei auf den Lippen, aber der eingewechselte Renato Augusto scheiterte am starken Mondragon. Dann war Schluss. Der FC hat sich beim haushohen Favoriten ein Unentschieden ermauerte. Und Bayer – die haben zwar zwei Punkte im Kampf um den Titel verloren.
Aber mit jetzt 24 Spielen ohne Niederlage einen neuen Startrekord aufgestellt. Trotzdem haderte Bayer-Keeper Adler mit der Leistung: „Wir waren nicht durchschlagskräftig genug.“ Trainer Jupp Heynckes assistierte: „Wir waren auch nicht spritzig und nicht laufstark genug.“
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