Empfehlen | Drucken | Kontakt07.03.2010 - 10:21 Uhr

Nationalspieler im Interview: Kießlings Weckruf: Müssen uns zusammenreißen

Von LARS WERNER
Rüttelt sich und sein Team wach: Stefan Kießling.
Rüttelt sich und sein Team wach: Stefan Kießling.
Foto: AP
Nürnberg –  

Ehefrau Norina und Sohn Tayler sind im Stadion, sein Vater, seine Mutter und seine Großeltern ebenfalls. Stefan Kießling (26) kehrt heute in seine Heimat Franken zurück und trifft auf seinen Ex-Klub 1. FC Nürnberg - keine normale Partie für den Nationalspieler.

Auf heimatliche Gefühle kann der Bayer-Stürmer aber keine Rücksicht nehmen. Nach zwei Remis in Folge ist seine Mannschaft im Titelrennen gefordert. Nur ein Sieg zählt. Damit der gelingt, muss sich Bayer steigern. Das weiß Kießling. Und weckt sein Team auf.

Stefan Kießling im EXPRESS-Interview:

Sind Sie sauer, dass Sie im Länderspiel nicht mehr eingewechselt wurden?

Kießling: Ich habe auch nicht mit einer Einwechslung gerechnet. War einfach so ein Gefühl.

Sie sind weiter Führender in der Torschützenliste. Glauben Sie, dass Sie das WM-Ticket schon sicher haben?

Nein, da ist gar nichts sicher. Ich habe etliche Konkurrenten und muss in den letzten zehn Spielen richtig Gas geben. Auch mein Teamkollege Patrick Helmes hat noch eine Chance auf die WM. Ich muss aufpassen und wieder meine Leistung bringen.


Hört sich sehr selbstkritisch an.

Ist auch so. Ich muss auf dem Platz wieder zur alten Stärke zurückfinden. In den vergangenen zehn Spielen habe ich nur einmal getroffen. Ich bin überhaupt nicht mit mir zufrieden. Ich bin einfach nicht mehr so da.

Was heißt das? Was sind die Gründe für ihr Tal?

Irgendwie fehlt mir derzeit die mentale Frische - so würde ich es mal nennen. Körperlich fühle ich mich eigentlich fit.

Kriegen Sie zu wenig brauchbare Zuspiele?

Nein.

Trainer Jupp Heynckes sagte , dass Bayer wieder forscher spielen muss.

Das kann ich nur unterschreiben. Natürlich, die Saison ist bis jetzt gut verlaufen, und es macht Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen. Aber es hätte noch besser sein können, wir haben zu viele Punkte liegen gelassen, oft spät den Ausgleich kassiert. Da könnte man sich jetzt noch in den Arsch beißen.

Was muss jetzt passieren?

Wir haben gerade keine optimale Phase, das ist klar. Wir müssen uns einfach zusammenreißen. Und das werden wir auch. Wir spielen bisher insgesamt so eine tolle Saison, das darf einfach jetzt nicht nach hinten losgehen.

Die Bayern sind sich sicher, dass sie Meister werden. Können sie sich sicher sein?

Das glaube ich nicht. Die Bayern müssen noch zu uns. Da ist noch alles drin. Vielleicht müssen wir auch mal spielen wie Schalke. Die Schalker spielen nicht schön, aber effektiv und kaltschnäuzig.

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