Reden wollte er nicht. Ohne Kommentar verließ René Adler rund eine Stunde nach dem Abpfiff die BayArena.
Glücklich über den Sieg, enttäuscht über die eigene Leistung: So muss sich der ehrgeizige Nationaltorwart wohl gefühlt haben. Es läuft derzeit einfach nicht für den 25-Jährigen.
Bundestrainer Jogi Löw hatte Adler vor dem Argentinien-Spiel zur Nr. 1 ausgerufen. Kurz davor hatte Adler in Bremen gepatzt, dann auch im Länderspiel, in Nürnberg sah er beim 3:0 auch nicht doll aus – und am Sonnatg verschuldete er (zusammen mit Sami Hyypiä?) das 1:1.
Und erntete dafür „Kaiser-Grollen“: „Wenn einer in der Schülermannschaft so einen Fehler macht, sagt man ihm: Such dir eine andere Sportart!“, sagte Franz Beckenbauer in seiner ihm eigenen Art und Weise: „Adler ist eine Klasse-Torwart. Aber seitdem er weiß, dass er die Nr. 1 ist, macht er einen Fehler nach dem anderen.“
DFB-Sportdirektor Matthias Sammer: „Im Moment zeigt René Nerven. Aber besser jetzt als bei der WM.“
Das sieht man bei Bayer sicher nicht ganz so. Sein Trainer empfahl seinem Torwart schon mal eines: „Er soll einen Englischkurz machen. Oder Sami einen Deutschkurs“, flachste Jupp Heynckes.
Und Rudi Völler ergänzte: „Er ist genau der Torwart, den Deutschland braucht, weil er ab und zu etwas riskiert.“
Klar ist: Viel mehr Fehler darf sich Adler nicht mehr erlauben. Denn die Konkurrenten Neuer und Wiese lauern schon…
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