Empfehlen | Drucken | Kontakt23.01.2012 - 19:40 Uhr

Leverkusens Trainer: Dutt: „Ich bin nicht der Entertainer der Fans“

Von LARS WERNER
Trainer Robin Dutt hat in Leverkusen weiter einen schweren Stand.
Trainer Robin Dutt hat in Leverkusen weiter einen schweren Stand.
Foto: dapd
Leverkusen –  

Den Rückrunden-Auftakt gegen Mainz gewonnen, doch von Ruhe ist bei Bayer auch nach dem glücklichen 3:2 über Mainz keine Spur.

Der Sieg wurde eher souverän nach Hause gezittert. Und die Laune unter dem Bayerkreuz ist mies. Es gibt immer noch zu viele Brandherde.

Da ist eine Mannschaft, die weiter spielerisch nicht das bringt, was Klubführung und verwöhnte Fans von ihr verlangen. Nach ordentlicher, aber nicht starker erster Halbzeit gegen bis dahin schlechte Mainzer, taumelte die Werkself in den Seilen. Bayer konnte sich beim erneut starken Lars Bender bedanken, dass es mit dem Sieg noch was wurde.

Da sind Nationalspieler, Meinungsführer wie Simon Rolfes (30) oder Stefan Kießling (wird Mittwoch 28), denen – wie gegen Mainz – auch in Zukunft das Reservisten-Dasein drohen könnte. Für den Fall wäre Unmut programmiert. Und auch ein Michael Ballack wirkte bedient.

Und da ist ein ganz großes Problem, für das derzeit kaum eine Lösung in Sicht scheint. Trainer Robin Dutt ist bei vielen Fans unten durch, ihm fehlt im Bayer-Umfeld die Akzeptanz - intern bei den Bossen mag das anders sein.

Große Teile des Operettenpublikums (nicht der Fanblock aus der Nordkurve) quittieren jetzt sogar fachlich richtige Entscheidungen von Dutt mit Unmut. Als der Coach Ballack vom Feld holte, waren die Pfiffe laut. Und sogar nach Abpfiff waren sie zu hören!

Montag, im Gespräch mit uns, wehrte sich Dutt, der sich in der Woche zuvor mit zwei großen Fangruppen getroffen hatte. „Als Trainer muss ich nicht immer eine Rolle spielen. Ich bin hier nicht der Entertainer des Publikums und muss auch nicht Everybody’s Darling sein!“

Dutt will unbequem bleiben, seine Linie (?) durchziehen. Ihm schwante bereits nach dem Spiel, dass nur eine sensationelle sportliche Wende etwas an der Grundstimmung ändert: „Wir arbeiten an der Serie von zehn 3:0- oder 4:0-Siegen. Dann gibt es auch hier Applaus.“

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