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Interview vor Top-Spiel: Ballack: „Götze ist nicht zu halten!“

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Ein Mann, der jahrelang die Richtung vorgab: Michael Ballack.
Ein Mann, der jahrelang die Richtung vorgab: Michael Ballack.
Foto: Imago
Köln –  

Big Ballack. 36. Ein Jahrzehnt der größte deutsche Spieler. 98 Länderspiele. DER Capitano.

Wer könnte besser den Liga-Kracher am Sonntag zwischen seinem Ex-Klub Bayer Leverkusen und dem BVB analysieren? Ballack über Götze, Reus, Schürrle – und die Übermacht der Bayern.

Herr Ballack, können Leverkusen oder Dortmund noch einmal in den Titelkampf eingreifen?

Nein, ich denke, die Bayern sind durch. Die haben einen zu starken Kader. Wenn sie noch einmal Probleme bekommen sollten, dann nur, weil sie sich selber Probleme machen. Für Bayer und den BVB ist der Zug nach oben wahrscheinlich abgefahren.

Also geht es Sonntag nur um Platz zwei?

Ja. Aber das ist doch für beide Mannschaften fantastisch. Bayer hätte das vor dieser Spielzeit keiner zugetraut. Und Dortmund hat eine junge, tolle Mannschaft, von der man noch viel erwarten kann in der Zukunft.

Kann Leverkusen mit einem Sieg für ein Ausrufezeichen sorgen?

Ja. Ein Sieg im eigenen Stadion über den Meister würde für großes Selbstvertrauen sorgen, es wird Bayer einen enormen Schub verleihen.

In der Vergangenheit war es oft so, dass Bayer solche Knackspiele verlor. Dann wurde stets von der Leverkusener Weichspüler-Menatalität gesprochen. Gibt es die tatsächlich?

Rudi Völler verkauft Bayer nach außen hin oft sehr moderat. Er nimmt den Mund nicht zu voll. Aber intern ist das anders. Er ist sehr ehrgeizig, gibt Gas und baut Druck auf. Natürlich will er mal einen Titel holen!

Sie sind zu den Bayern gegangen, sie haben beim FC Chelsea gespielt. Gehören solche Wechsel im Leben eines Profis zu einer Weltklassekarriere dazu?

Ich denke ja. Wenn du Weltklasse sein willst, musst du versuchen beim besten Klub zu spielen.

Folgerichtig müsste Dortmunds Mario Götze diesen Schritt bald auch machen?

Er wird das für sich entscheiden, wann es so weit ist. Er ist ein fantastischer Spieler, ein Rohdiamant, der das Zeug dazu hat, bei Klubs wie dem FC Barcelona, Real Madrid, Chelsea oder Manchester United zu spielen. Dortmund ist sicher auch ein Top-Klub, aber eben noch kein Real. Die Frage ist also: Wo geht für Götze danach die Reise hin? So ein toller Spieler mit dieser Qualität ist nicht zu halten.

Ihr Ex-Mitspieler bei Bayer, André Schürrle, wird seit Monaten mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht. Wie ernst ist es Ihrem einstigen Klub?

Sehr ernst. Sie lassen nicht locker. Schürrle hat große Qualitäten, er ist ein Ausnahmestürmer. Ich bin gespannt, was nach dieser Saison passiert.

Schürrle wollte bereits letzten Sommer nach London. Bayer stoppte den Wechsel...

Ja. Aber es war ganz gut für ihn, dass er bei Bayer geblieben ist. Da konnte er sich noch einmal in aller Ruhe weiterentwickeln.

Sie waren ein Jahrzehnt quasi der einzige deutsche Top-Spieler. Nun gibt es eine Schwemme deutscher Ausnahmespieler. Beeindruckt, was sich in den letzten Jahren getan hat?

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Deutschland derart viele Top-Stars hatte, die fußballerisch eine enorme Klasse besitzen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass deutsche Spieler wegen ihrer super Mentalität bei ausländischen Klubs sehr gefragt sind.

Wie weit sind Sie mit ihren Planungen des Abschiedsspiels?

Es müssen noch einige Dinge geklärt werden. Ich hoffe aber, dass ich bald eine Entscheidung bekannt geben kann.

Also steigt der große Ballack-Abend im kommenden Sommer im Leipziger Zentralstadion?

Ballack (lacht): Der EXPRESS hat es ja bereits als perfekt gemeldet. Da waren sie ein wenig vorschnell. Aber klar ist: Ich möchte das Spiel da machen, wo meine Wurzeln sind, also in Ostdeutschland.

Bastian Schweinsteiger hat erklärt, dass er dann gerne kommen wolle und hat Sie gleichzeitig als großen deutschen Spieler bezeichnet. Tut das Lob Ihres Ex-Mitspielers gut?

Da merkt man, dass sich der ein oder andere noch an alte Zeiten erinnern kann.

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