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Empfehlen | Drucken | Kontakt 18.01.2013 - 15:41 Uhr

Hoppla! : Bruchhagen: „Völler hätte gut zu uns gepasst“

Von THOMAS GASSMANN
Heribert Bruchhagen im Gespräch mit Bayers Sportchef Rudi Völler.
Heribert Bruchhagen im Gespräch mit Bayers Sportchef Rudi Völler.
Foto: dpa/ picture alliance / augenklick/fi
Köln –  

Keiner, der mit dem Strom schwimmt. Fußball-Querdenker. Gestatten: Heribert Bruchhagen (64). Klubchef der Liga-Überraschung Eintracht Frankfurt, kommender Gegner von Bayer Leverkusen. Ein Mann, der Erstaunliches zu sagen hat. Das EXPRESS-Interview.

Stören wir Sie?

Wie kommen Sie denn darauf?

Klubchefs sind doch in der Regel ständig im Stress und klagen über Druck?

Das ist die größte Lügengeschichte. Es gibt keinen schöneren Job. Es gibt niemanden auf der Welt, der so viel Freizeit hat wie Fußballspieler oder Manager.

Beneiden Sie Rudi Völler?

Ja. Er hat es gut. Wenn er mal einen Spieler will, hat er mit dem Bayer-Werk jemanden, der bezahlt. Das macht den Wettbewerb für einen Klub wie Frankfurt schon sehr schwer.

Sie wollten Völler zur Eintracht holen?

Ja. Rudi hätte sehr gut zu uns gepasst. Diesen Gedanken hatten wir zehn Jahre lang. Hätte Rudi den Finger gehoben, hätten wir ihn geholt. Aber er hat sich für Bayer entschieden. Außerdem sind wir sportlich gut aufgestellt. Das Thema ist jetzt vom Tisch.

Sie stehen auf Platz vier. Das ist eine Sensation. Dennoch: Man hat den Eindruck, dass der Abstand zwischen Arm und Reich immer größer wird.

Die Schere klafft immer mehr auseinander. Oben hast du die Bayern, Dortmund und Schalke, auch wenn sie gerade schwächeln. Der Rest kann sich die Nase putzen. Wir müssen aufpassen, dass wir keine spanischen Verhältnisse bekommen, in der zwei Klubs seit Jahren den Titel unter sich ausmachen.

Hat die Eintracht eine Chance, Sebastian Rode, den die Bayern haben wollen, zu halten?

Klar. Er bleibt bis 2014. Dann kann er ablösefrei wechseln.

Sie verzichten auf Millionen?

Ja. Was nutzen der Eintracht die Millionen, wenn es sportlich nach unten geht. Gladbach ist ein warnendes Beispiel. Sie haben Dante und Reus verkauft und hatten plötzlich große Probleme. Das passiert uns nicht. Rode bleibt. Ich verkaufe nicht unsere sportliche Potenz. Das ziehe ich durch.

Haben Sie im Abstiegsjahr die Verpflichtung von Trainer Christoph Daum bereut?

In keiner Weise! Ich habe sogar ein schlechtes Gewissen gegenüber Christoph. Ich habe ihn dazu überredet, zu uns zu kommen. Durch das Engagement hat er großen Schaden erlitten.

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