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Holzhäuser spielt St. Martin: Bayer-Boss will TV-Gelder in andere Sportarten stecken

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Leverkusens Fußball-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat jetzt eine barmherzige Idee.
Leverkusens Fußball-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat jetzt eine barmherzige Idee.
Foto: dpa
Köln –  

Die Legende des Heiligen Sankt Martin wird bis heute zelebriert – um Kindern den Gedanken der Nächstenliebe und des Teilens weiterzugeben.
Auch Leverkusens Fußball-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hat jetzt eine barmherzige Idee. Passenderweise offenbarte er beim traditionellen Martinsgans-Essen von Bayer 04 im Hotel zur Post in Odenthal seinen interessanten Plan. Der reiche Fußball könne die armen anderen olympischen Sportarten doch unterstützen.

Und zwar mit den zusätzlichen Einnahmen des neuen TV-Vertrags in Höhe von über 210 Millionen Euro. Zudem könnten die nationale Doping-Agentur (NADA) unterstützt und Rücklagen für den Aufbau eines (möglichen) eigenen TV-Senders der Liga gebildet werden.

Auszug aus Holzhäusers Rede: „Was machen wir mit diesem Geld? Ein solch hoher zusätzlicher Batzen an Geld wird zunächst einmal die Begehrlichkeiten der Spielerberater und ihrer Schützlinge wecken. Dem zu entsprechen kann und sollte sicher nicht das Ziel sein. Man sollte den Betrag auch nicht einfach mit der Gießkanne nach dem bisherigen Schlüssel (siehe Infokasten, Anm. d. Red.) über die betroffenen Klubs verteilen.“

Stattdessen denkt „Sankt Holzhäuser“ an die ärmeren Sportarten: „Der übermächtige Fußball könnte als Förderer anderer Sportarten auftreten, die beispielsweise dem ungewollten Verdrängungswettbewerb des Fußballs zum Opfer gefallen sind. Vielleicht durch größeres Engagement bei der Deutschen Sporthilfe. Oder der Fußball vergibt Stipendien an Spitzen- und Nachwuchssportler anderer Sportarten, denen ihr Sport keine Sicherung der späteren Existenz bietet.“

Allerdings war es gerade der Bayer-Konzern, der vor wenigen Jahren sein Engagement bei vielen Sportarten wie Handball, Basketball oder Rudern um einige Millionen zusammenkürzte. Holzhäusers Idee – gut oder nicht umsetzbar?

So läuft derzeit die TV-Geld-Verteilung

Der neue TV-Vertrag: Die Fußball-Bundesliga erlöst mit dem Verkauf der Fernseh-Rechte bis 2017 rund 2,5 Milliarden Euro. Die DFL erhält von der Saison 2013/14 jährlich 628 statt wie bisher 412 Millionen Euro.

Für die Verteilung der TV-Gelder sind die aktuellen Platzierungen eines Vereins sowie das Abschneiden in den vergangenen drei Spielzeiten maßgeblich.

Die Bundesliga erhält 79 Prozent der Summe, die 2. Liga 21 Prozent. In der Saison 11/12 führte der FC Bayern die TV-Geldrangliste mit 30,9 Mio. an, Leverkusen kam auf Platz vier mit 26,6 Mio. Ein Mittelfeld-Team aus der 2. Liga kommt auf rund 5 Mio.

Michael Vesper
Michael Vesper
Foto: dpa

Die DOSB-Meinung: „Das ist ein gutes Signal“

Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist ganz angetan von Holzhäusers Idee.

„Das ist ein gutes Signal. Wir arbeiten ja schon seit einiger Zeit sehr gut mit der Fußball-Liga zusammen. Die Solidarität zu anderen Sportarten seitens der Fußballer ist also da, die Sporthilfe wird unterstützt und auch bei der Olympiabewerbung Münchens stand ein ganzer Spieltag im Zeichen der Kandidatur. Wir werden nun ganz sicher Gespräche mit Holzhäuser und den Liga-Verantwortlichen suchen. Nach diesem tollen TV-Abschluss ist es sinnvoll, das Thema noch mal auf die Agenda zu setzen.“

Max Eberl
Max Eberl
Foto: dapd

Die Klub-Meinung „Geld sollte bei uns bleiben“

Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl sieht die Dinge etwas anders als Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

„Die zusätzlichen Gelder bei den TV-Einnahmen müssen jetzt natürlich nicht wahllos verteilt werden. Sie sollten meiner Meinung nach aber bei uns im Fußball verbleiben. Es gibt auch im Fußball Themen, wo es sich lohnt, in Zukunft noch mehr zu investieren: etwa in Sachen Sicherheit oder in den Kampf gegen die Dopingproblematik. Es wäre auch nicht so, dass die neuen Gelder nur in den Taschen der Spieler oder ihrer Berater landen würden. Das können wir, die Vereine, ja immer noch verhindern.“

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