Dick eingepackt trainierte Michael Ballack (35) am Freitag bei Bayer mit und stieg nach einem Telefonat anschließend auch in den Mannschaftsbus auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Bremen.
„Michael zählt natürlich zum Kader“, ließ Trainer Robin Dutt am Freitag ausrichten. Man tat fast so, als sei nichts gewesen. Dabei tobt eine Schlammschlacht zwischen Ballack und Berater Michael Becker auf der einen Seite und der Klubführung auf der anderen – und das nicht mehr hinter den Kulissen, sondern öffentlich.
Auslöser war das Interview von Klubchef Wolfgang Holzhäuser im EXPRESS. In diesem ging Holzhäuser den Superstar aufs Schärfste an und erklärte das „Projekt Ballack“ für gescheitert.
„Das war kein Alleingang von Herrn Holzhäuser. Der Gesellschafterausschuss war hinlänglich informiert“, meldete sich am Freitag Bayers Kommunikationschef Meinolf Sprink.
Freitag legte Holzhäuser gegenüber der Nachrichtenagentur dpa noch mal öffentlich nach. „Michael ist auf keinem guten Weg. Er ist uneinsichtig. Es ist der Punkt erreicht, bei dem Rudi Völler und ich nicht mehr mitgehen wollen. (...) Was er jetzt macht, tut mir leid für ihn. Ballacks Verhalten hat mich enttäuscht. Von ihm ist zu wenig gekommen. Er kann durch seine Aura auf das Publikum einwirken – das hat er nicht getan“, kritisierte Holzhäuser den Ex-DFB-Kapitän.
Herr Becker, Wolfgang Holzhäuser hat das Projekt Ballack als gescheitert erklärt. Können Sie sich diese Aussage erklären?
Im ersten Jahr wurde Bayer Vizemeister und hat sich nach vielen Jahren wieder für die Champions League qualifiziert. Nun steht man sogar im Achtelfinale der Champions League. Michael selbst ist daher entsetzt und zutiefst persönlich enttäuscht über diese Aussagen.
Sehen Sie einen Grund für die Angriffe?
Ich kann diese abrupte Kursänderung gedanklich nicht nachvollziehen. Noch im Trainingslager haben sich Robin Dutt, Rudi Völler und gerade Wolfgang Holzhäuser überaus positiv über Leistung und Einstellung von Michael Ballack geäußert. Deswegen kommen diese Aussagen doch sehr überraschend.
Sportliche Gründe liegen hier offensichtlich nicht vor. Was kann dann der Hintergrund sein?
Durch die letzten beiden Heimspiele ist offensichtlich massiver Druck entstanden. Ich kann mich nicht erinnern, dass in Leverkusen Auswechslungen eines Trainers derart mit Pfiffen bedacht wurden. Wenn nun nach Hanno Balitsch hierfür ein zweiter Sündenbock gesucht werden soll, ist Michael Ballack, der einen hohen Stellenwert bei den Fans genießt, in meinen Augen die falsche Wahl.
Wird Ballack trotzdem seinen Vertrag bei Bayer erfüllen?
Davon gehe ich aus.
Das ließ Ballack-Berater Becker nicht auf sich sitzen, holte zum Gegenschlag aus und spricht von einem „billigen Trick“ Holzhäusers. Er sieht den Spieler als „Bauernopfer“ in einer durch und durch verkorksten Situation. Dennoch wird Ballack in Leverkusen bleiben - vorerst.
Die Schlammschlacht lässt Bayer noch mehr in einem schlechten Licht dastehen. Die Mannschaft bietet überwiegend miesen Fußball, Trainer Robin Dutt steht weiter unaufhörlich in der Kritik und hat das Umfeld nicht hinter sich. Das Verhältnis der Truppe zu vielen Fans ist vergiftet. Und jetzt kommen die Querelen um Ballack dazu.
Ballacks Rückkehr nach Leverkusen wird trotz Vizemeisterschaft von einigen als Millionen-Irrtum gesehen. Sportlich hat der Mittelfeldspieler nicht das gebracht, was man von ihm erwartet hatte (41 Spiele, fünf Tore). Ihm wird zudem ein Ego-Trip vorgeworfen.
Allerdings bekommt er auch keine Rückendeckung von der Klubführung mehr, die ihn dem Wechsel ja erst schmackhaft gemacht hatte. Auch nicht von „Freund“ Völler, der gestern in Bremen private Termine wahrnahm und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war.
Konterkariert wird der Zoff von einer Werbekampagne des Konzerns mit Ballack. Anderthalb Jahre lief da nichts, doch in drei Wochen startet die Kampagne mit Ballack für Bayer Vital und AOK – mit Tipps gegen den Schlaganfall.
Bayer schenkt Hyypiä und Lewandowski das Vertrauen
„Dass Bayer 04 uns nun die Chance gibt, den gemeinsamen Weg fortzusetzen, ist ein großer Vertrauensbeweis“, sagte Hyypiä. Bayer stattete das Duo mit einem Dreijahresvertrag bis 2015 aus.
Bayer siegt 15:0 auf Norderney
Bayer 04 Leverkusen gewann auf der Nordsee-Insel Norderney ein Testspiel gegen den Kreisligisten TuS Norderney 15:0.
Sami Hyypiä soll Trainer bleiben!
Bereits in dieser Woche kann alles eingetütet werden, dann heißt alte und neue Trainer bei Bayer Leverkusen Sami Hyypiä. Vor allem Rudi Völler sprach sich jetzt für das finnische Fußballidol aus.