Bayer 04 Leverkusen
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Empfehlen | Drucken | Kontakt 04.02.2013 - 00:06 Uhr

Bayer verliert 2:3: Tolle Fußball-Party ohne Happy End

Von THOMAS GASSMANN und LARS WERNER
Das 2:3: Lewandowski dreht zum Jubel ab, Leno liegt geschlagen am Boden.
Das 2:3: Lewandowski dreht zum Jubel ab, Leno liegt geschlagen am Boden.
Foto: Bongarts/Getty Images
Leverkusen –  

Das war geil!

Traumtore, rassige Zweikämpfe, Zoff der Trainer. Emotionen, die Achterbahn fahren. Und am Ende, als dieses Fußballfeuerwerk mit einem Mal vorbei ist, sinken die Verlierer auf den nassen Rasen. Und die Gewinner feiern mit ihren Fans eine gelb-schwarze Siegesparty.

Mein Gott, wie schön kann Fußball sein...

Der BVB schiebt sich nach dem 3:2-Sieg bei Bayer auf Platz zwei. Aber der eigentliche Gewinner ist der Fußball!

„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir hier in der BayArena so ein großes Spiel gesehen haben“, fasst Leverkusens Sportchef Rudi Völler die 90 packenden, fesselnden und aufregenden Minuten zusammen.


Der Krimi in Kurzfassung. Dortmund braucht neun Minuten, um schier uneinholbar mit 2:0 in Führung zu gehen. Lewandowski steckt die Kugel durch, Reus sorgt mit mit tollem Lupfer für das erste Ausrufezeichen.

„Kuba“ Blaszczykowski per Elfmeter sorgt nur sechs Minuten später für klare Verhältnisse. Und Bayer? Die brennen dafür nach der Pause ein Feuerwerk ab.
Innerhalb von vier Minuten egalisiert Stefan Reinartz per Doppelpack die BVB-Führung. Und die BayArena wird zum Freudenhaus.

„Vielleicht waren wir in diesem Moment etwas zu wild und nicht abgeklärt genug“, sagt Bayer-Trainer Sascha Lewandowski.

Dann nämlich geschieht das Unglaubliche. Philipp Wollscheid („Das war mein Fehler. Ich habe die Mannschaft um die Punkte gebracht, sorry“) leistet sich einen fatalen Rückpass, Dortmunds Torjäger Lewandowski schiebt zum Siegtreffer ein. Was für ein Jammer.

Und dann geht draußen auf den Trainerbänken die Post ab. Jürgen Klopp jubelt mit Becker-Faust Richtung Sami Hyypiä - ist das guter Stil?


Gehen wir zurück auf den Rasen. Bayer gibt nicht auf. Wie Partisanen stürmen sie das Dortmunder Tor. 26 Torschüsse geben sie ab. Aber irgendwann schrillt der Schlusspfiff durch die Arena. Aus, vorbei. Großes Spiel, großer Kampf, aber verdammt noch mal - wo sind die Punkte? Ein Drama aus Bayer-Sicht!

Völler marschiert zu Schiri Deniz Aytekin, Lewandowski pfeffert seine Jacke auf den Rasen.

Das wunderbare „Spaßspiel“ (Jürgen Klopp) ist vorbei. 100 Länder erleben es live am Bildschirm. Sie erleben deutschen Fußball von seiner allerbesten Seite.

Dramatik, Spannung und Klasse. „Das war Werbung für die Bundesliga“, sagt Völler und schiebt kämpferisch hinzu: „Man hat heute gesehen, zu was Bayer in der Lage ist.“

Und auch Klopp lobt den Verlierer. „Ich habe allergrößten Respekt vor Bayer. Die haben einen Plan. Bei denen werden nicht viele Mannschaften gewinnen. Dass es uns gelungen ist, macht mich stolz.“

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„Sokratis hatte bei uns schon zugesagt, wir waren mit Werder sehr weit. Genau das wusste der BVB auch. Doch die Borussia hat jetzt einen großen Tresor, und den haben sie aufgemacht“, erklärt Völler.

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