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Bayer-Profi im Interview: Bender: „Ich würde keine 20 Mio für mich ausgeben“

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Führungsspieler bei Bayer, Nationalspieler Lars Bender
Führungsspieler bei Bayer, Nationalspieler Lars Bender
 Foto: Bongarts/Getty Images
Leverkusen –  

Antreiber, Lenker, Führungsspieler – Lars Bender ist bei Bayer 04 nicht mehr wegzudenken.

Am Sonntagabend im absoluten Topspiel das Zweiten gegen den Dritten Dortmund sind seine Qualitäten erst recht gefragt.

Vorm Liga-Hit traf der EXPRESS den 23-Jährigen zum Interview.

Ist Bayer Sonntag nur Außenseiter und muss Borussia wieder an sich vorbeiziehen lassen?

Das sehe ich anders. Wir wollen unsere gute Heimbilanz ausbauen, und da ist es auch egal, welcher Gegner kommt. Gegen uns zu spielen ist derzeit auch sehr unangenehm. Solange wir auf Platz zwei stehen, wollen wir auch Zweiter bleiben. Wir werden uns schon nicht kampflos ergeben!

Ein Sieg wäre auch doppelt wertvoll: für die Stimmung, für die Mannschaft, für die Fans. Zudem würden wir so den Abstand auf Platz vier halten oder vergrößern. Wir rechnen uns eine Siegchance aus, wir sind ja keine kleine Fischtruppe!

Im Hinspiel war Bayer chancenlos. Ist so ein 0:3 nicht mehr möglich?

Ich glaube nicht. Das war unser schlechtestes Saisonspiel. Aber vielleicht hatte es auch sein Gutes. Das 0:3 war wie ein Wachrüttler. Danach sind wir erst ins Rollen gekommen. Früher war es oft ein Bayer-Ding, dass wir uns Spiele noch aus der Hand nehmen ließen. Das passiert uns seltener. Wir spielen eine gute Saison, sind reifer geworden. Und wir sind hungrig auf noch mehr.

Trotzdem werden mit Ihnen und André Schürrle stets nur zwei Spieler zur Nationalmannschaft nominiert. Haben die Bayer-Spieler wie Kießling oder Castro keine Lobby?

Ich nominiere ja leider nicht (lacht). Aber wenn sie so weitermachen, werden sie wieder berufen – da bin ich mir sicher.

Ihr Marktwert wird heute auf über 20 Millionen Euro taxiert, der Ihres Bruders auf 14.

Ich würde keine 20 Millionen Euro für mich auf den Tisch legen! Natürlich ist das eine krasse Summe, aber so ist wohl nun einmal das Geschäft.

Was würden Sie denn für sich bezahlen?

Klar, dass diese Frage kommen würde. Keine 20 Millionen auf jeden Fall, das ist eine unvorstellbar große Summe. Aber was soll ich mir groß Gedanken darüber machen, ich habe ja noch lange Vertrag bei Bayer.

Bis 2017. Warum haben Sie für eine derart lange Zeit unterschrieben?

Weil ich von Bayer und dem Konzept überzeugt bin. Ich bin überzeugt, dass Bayer 04 auch in den nächsten Jahren der richtige Verein für mich ist. Wir gehören zur Spitze in Deutschland. Jetzt müssen wir einen weiteren Schritt nach vorne machen – auch international.

Also gehen Sie im Sommer nicht zu den Bayern, die ja heftig um Sie gebuhlt haben?

Die Frage stellt sich nicht.

Der FC Bayern bezahlte schließlich 40 Millionen Euro für Javi Martinez. Für das Geld hätten die Bayern auch beide Benders bekommen können.

Hätten, vielleicht... Einige Experten meinen ja, wir beide würden auf dem Platz zusammen nicht funktionieren. Ich sehe das anders, man kann auch mit zwei Benders gleichzeitig spielen. Wir haben bisher 90 Prozent unseres Fußballerlebens zusammen gespielt. Warum soll das nicht klappen? Es wäre für uns schön, in Zukunft mal wieder zusammen zu spielen. Aber das hat noch Zeit, wir sind ja noch jung.

Stehen beide Benders heute auf dem Platz?

Ich bin selbst gespannt. Auf Svens Position gibt es bei Borussia eine Riesen-Konkurrenz.

Sie haben Ihren Bruder sportlich überholt, oder?

Mal war der eine voraus, mal der andere – dar war bei uns schon immer so. Zu Beginn meiner Zeit in Leverkusen wurde immer gesagt, dass Sven in der Entwicklung weiter wäre als ich. Er hatte zuletzt mit vielen Verletzungen zu tun. Aber nach den Pausen hat er sofort direkt wieder funktioniert – dafür genießt er meinen größten Respekt. Ich glaube, wir beide können heute mit Rückschlägen gut umgehen.

Sven hatte beinahe jede Gesichtsverletzung. Leidet man da mit?

Ja. Und er hat ja immer noch ein paar Platten drin.

Sehen die Zwillinge jetzt nicht mehr gleich aus?

Wir sahen noch nie 100-prozentig gleich aus - und jetzt noch weniger. Mit seinem Gesicht möchte ich auch jetzt gerade nicht tauschen (lacht).

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