Aus seinem Mini-Urlaub in den Niederlanden ist er wieder zurück.
Aber auch vor dem TV hat Wolfgang Holzhäuser am Samstag die feindselige Stimmung in Leverkusen natürlich mitbekommen.
Im Interview äußert sich Bayers Klubchef erstmals zu den Vorgängen und stärkt dem umstrittenen Trainer Robin Dutt erneut den Rücken.
Bayer hat Augsburg mit 4:1 bezwungen. Schockt Sie dennoch die Negativstimmung?
Holzhäuser: Wir müssen zuerst einmal mit Kritik von Fans und Medien leben, wenn es nicht gut läuft. Vielleicht haben wir in dieser Saison auch selbst die Erwartungen etwas zu hoch geschraubt. Ich kann die Fans schon verstehen, dass sie mit der Saison nicht zufrieden sind. Ich verstehe die Negativ-Reaktionen aber dann nicht, wenn die Mannschaft gut spielt. Wir haben wenig gute Spiele abgeliefert, aber das gegen Augsburg war ein gutes.
Robin Dutt musste sich übel beleidigen lassen. Wie gehen Sie damit um?
Da tut mir der Trainer leid. Er liefert ehrliche und saubere Arbeit ab. Er ist zuletzt offensiv auf die Fans zugegangen. Ich kenne wenige Trainer, die so etwas machen. Am Samstag waren da Beleidigungen aus der Fäkaliensprache dabei, das ist eigentlich nicht zu tolerieren. Aber wir müssen leider offenbar damit leben, dass es solche Fans gibt.
Aber wie soll ein Trainer in diesem Stimmungsumfeld dauerhaft erfolgreich arbeiten?
Das ist in der Tat nicht einfach. Aber wir dürfen uns nicht von Stimmungen oder Strömungen leiten lassen. Entscheidend ist der Tabellenstand. Wir sind vom Trainer überzeugt - auch wenn das nicht jedem Fan gefällt.
So überzeugt, dass Sie mit Dutt auch in die neue Saison gehen würden?
Aus heutiger Sicht gibt es keinen Grund, warum wir mit Robin Dutt nicht in die nächste Saison gehen sollten.
Auch Sie bekamen von den Fans Ihr Fett weg.
Das habe ich selbst vorm TV gehört und ist nicht gerade angenehm für einen. Aber mir ist jetzt wichtiger, wie man nach den Pfiffen unseren jungen Spielern jetzt helfen kann. Da helfen Gespräche.
Die Spieler sind nach der Trikot-Posse im Barcelona-Spiel sauer auf die Medien, die das Thema angeblich zu hoch gehängt hätten. Muss man das verstehen?
Ein Trikot-Tausch zur Pause finde ich persönlich auch nicht so toll. Aber es gibt wahrlich wichtigere Themen.
Am Samstag steht das Derby in Köln an. Nach Jahren der Dominanz musste Bayer zuletzt zwei deftige Niederlagen gegen den FC einstecken.
Die Niederlagen haben wehgetan. Im Hinspiel sind wir bitter ausgekontert worden. Und deshalb haben wir gegen den FC noch eine Rechnung offen. Wir fahren nach Köln, um dort zu gewinnen.
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