Empfehlen | Drucken | Kontakt08.02.2009 - 00:00 Uhr

Angst vorm Absturz!: Labbadia: „Hier fehlt die Gier auf Erfolg“

Von THOMAS GASSMANN und LARS WERNER
Enttäuschte Gesichter bei Bayer nach dem 2:4 gegen Stuttgart: Trainer Labbadia und Verteidiger Kadlec
Enttäuschte Gesichter bei Bayer nach dem 2:4 gegen Stuttgart: Trainer Labbadia und Verteidiger Kadlec
Foto: Ovelgönne

Leverkusen - Zum Ehrentag erhielt er am Sonntag aufmunternde Worte. „In genau einem Jahr sind wir dann Tabellenführer“, warf nach dem Training ein Fan Bayer-Trainer Bruno Labbadia zu, der in der Kabine von der Klubführung erwartet wurde.

Der 43. Geburtstag des Coaches wurde dann im Ausflugslokal Wacht am Rhein begangen: „Bei Kaffee und Kuchen. Mehr haben wir uns nicht verdient“, meinte Labbadia halb im Scherz, halb im Ernst.

Der ehrgeizige Trainer wirkte enttäuscht und sauer. Nach der von allen Seiten gelobten Vorbereitung hat die Werkself einen Fehlstart in der Liga hingelegt. Einer von vier möglichen Punkten ist für die eigenen hohen Ambitionen zu wenig. Die Leistung beim 2:4 gegen Stuttgart war sogar unerklärlich schlecht. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nach hinten durchgereicht werden“, schwante Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta bereits nach dem Abpfiff nichts Gutes. Und die nächsten Aufgaben haben es in sich: Am Freitag geht es zum Spitzenreiter Hoffenheim, dann gastiert der HSV in Düsseldorf.

Labbadia muss nach vorne gucken. „Wir sind Fünfter und können immer noch einiges erreichen. Wir dürfen uns jetzt nicht alles, was zuvor gut war, kaputtreden lassen.“ Doch der Coach legte auch deutlich den Finger in die Wunde: „Wir dürfen uns nicht in die eigene Tasche lügen. Mir fehlt die letzte Gier auf Erfolg. Und bei einigen Spielern sehe ich zu viel Selbstzufriedenheit.“

Alles andere als einen leichten Job hat Labbadia in dieser Woche. Neun Spieler sind auf Länderspielreise, Gonzalo Castro (Leistenproblemen) ist angeschlagen. Da passt der unmögliche Spieltermin am Freitag gar nicht in den Kram. Doch bei Bayer will man nicht jammern. Sportdirektor Rudi Völler: „Wenn ich die DFL kritisiere, heißt es: Rudi Völler sucht eine Ausrede. Aber klar ist: Das ist natürlich alles sehr unglücklich.“

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