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Alptraum Feuerunfall : Toprak: Ich brannte lichterloh und wälzte mich am Boden

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Nach seinen schlimmen Verbrennungen blieben große Narben auf der Haut des Bayer-Verteidigers.
Nach seinen schlimmen Verbrennungen blieben große Narben auf der Haut des Bayer-Verteidigers.
Foto: imago sportfotodienst
Lagos –  

Er strahlt. Dann lacht er so herzlich erfrischend, dass man mitlachen möchte. Ömer Toprak (23) ist einer von Bayers Gewinnern der Hinrunde. Ganz cool in der Defensive, ganz stark, wenn er den Ball am Fuß hatte. Wir treffen ihn. Und reden über zwei Leben. Das Leben vor seinem schweren Feuerunfall. Und das Leben danach.

„Es war knapp“

Es ist ein Dienstagabend. Toprak ist 19 Jahre jung. Er steckt mitten im Abitur, der Freiburger zählt zu den größten deutschen Abwehrtalenten.

Mit Freunden trifft er sich in Umkirch zum Kartfahren. Aus Spaß wird ein Alptraum. Toprak kollidiert mit einem anderen Kart. Der Tank platzt, Benzin läuft aus, er fängt Feuer. Er brennt. Er kämpft um sein Leben. Kann man über das schreckliche Ereignis reden?

„Ja, natürlich. Warum nicht? Ich lebe ja noch.“ Er lacht mit der portugiesischen Sonne um die Wette... Dann sagt er: „Es war knapp.“

"Ich wachte auf der Intensivstation auf"

Er wird ein wenig ernster. Er schaut zurück auf den Moment, den er niemals mehr erleben will. „Bei mir ist der Tank kaputt gegangen. Benzin lief aus. Der Motor und der Auspuff waren heiß. Ich trat auf die Bremse, stieg aus und in diesem Moment fing ich Feuer. Es brannte lichterloh. Ich habe mich auf dem Boden gewälzt, meine Freunde versuchten mich mit ihrer Kleidung zu löschen. Dann kam ein Streckenposten und schaffte es mit einem Feuerlöscher. Bis der Krankenwagen kam, war ich bei Bewusstsein. Danach wachte ich auf der Intensivstation auf."

Toprak holt tief Luft und schaut mit seinen funkelnden Augen aufs Meer. In diesem kleinen Augenblick ist der Alptraum noch einmal zurückgekehrt. Aber mit einem Lächeln wischt der Ex-Freiburger alles weg.

Er sagt: „Ich wusste damals nicht, wie schlimm es ist. Mein ganzer Körper war verbunden, ich war vollgepumpt mit Medikamenten. In diesem Moment denkst du nicht an Fußball. Sondern an die ganz einfachen Dinge. Als ich aus dem Krankenhaus rauskam, saß ich in einem Rollstuhl. Das war trotzdem ein wunderbarer Moment für mich. Und da habe ich gemerkt, dass das Leben nicht nur aus Fußball besteht.“

Karriere stand auf der Kippe

Sieben Monate vergehen. Operationen, Haut wird transplantiert. Die Karriere steht auf der Kippe. Für Toprak beginnt ein neues Leben. Heute weiß er: „Wenn ich einen Fehler im Spiel mache, geht die Welt nicht unter.“ Natürlich ist Kartfahren tabu. Er will das Schicksal nicht noch einmal herausfordern. Und: „Ich fahre etwas vorsichtiger Auto.“

Er lacht wieder dieses herzerfrischende Lachen. Er hat ein zweites Leben geschenkt bekommen. Er will die Zeit nicht vergeuden. Er will es leben. Er hat jetzt große Ziele. Wieder Champions League spielen. „Wenn Du einmal die Hymne gehört hast, willst du sie immer hören.“

Und schon leuchten sie wieder, diese klaren, funkelnden Augen. Der junge Bayer-Star macht keine Kompromisse mehr. Er weiß, was er will. Und was er nicht will. Er hat türkische Eltern. Er wurde in Deutschland geboren. Er hätte für das DFB-Team spielen können.

Aber er hörte auf sein Herz. „Ich habe lange überlegt, ob ich für Deutschland oder die Türkei spielen soll. Dann kam das Halbfinal-Spiel bei der EM 2008 in der Schweiz. Da habe ich in meinem Herzen gespürt: Du möchtest nicht, dass die Türkei verliert. Das war das Signal für mich: Ich möchte für die türkische Nationalmannschaft spielen.“

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