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Angst vor Kontrollverlust: Die Frauen, die mir gewachsen sind, reizen mich sexuell nicht

Die Frauen, die mir gewachsen sind, reizen mich sexuell nicht
Die Frauen, die mir gewachsen sind, reizen mich sexuell nicht
Foto: Margot Kessler | pixelio.de, pixelio.de

Liebe Beatrice!
Ich schreibe Dir, weil ich das Gefühl habe, dass meine Beziehungen ständig an den gleichen Punkten auseinandergehen. Vielleicht hast Du ja eine Idee, wie ich das ändern kann.

Ich fange mal mit der Gegenwart an: Seit einigen Monaten wohne ich mit meiner Freundin zusammen. Sie ist 26 und wir sind nun schon zweieinhalb Jahre zusammen. 
Sie ist sehr hübsch, sehr intelligent, gepflegt, hat eine tolle Figur und wir unterstützen uns auch in schwierigen Phasen. Wir können super miteinander reden, weshalb wir auch nur selten streiten müssen. 
Kurz: Alle, und zwar wirklich alle, die uns kennengelernt haben, sind überzeugt, dass wir ein Traumpaar sind. Nur ich bin's halt nicht.
Es liegt wohl vor allem daran, dass sie zwar einen absoluten super Charakter hat, aber der erotische Funke einfach nicht überspringt. Das liegt nicht an irgendwelchen Spielchen, die der eine mag und der andere nicht, sondern die Intensität ist einfach nicht da. Wir haben schon mehrmals darüber geredet, aber daran kann man ja auch nichts ändern. 
Es nützt nichts, wenn sie mich liebt, aber  diese Gefühle andersrum nicht oder zumindest nur schwächer da sind. Auf die Dauer leiden da nur beide drunter und man sollte sich trennen, um einen wirklich passenden Partner finden zu können.

Mein Problem ist: Ich bin zum wiederholten Mal in dieser Situation und da bisher auch immer konsequent gewesen. Wenn ich nun aber die letzten zehn Jahre meines Liebeslebens betrachte, gab es da genau zwei Arten von Frauen: Die einen waren mir intellektuell gewachsen, aber mir hat immer die Leidenschaft, das "Kopf-abschalten-und-genießen-können" gefehlt und ich habe spätestens nach einem halben Jahr Schluss gemacht, weil, naja, siehe oben. Die anderen besaßen diese Leidenschaft ohne Zweifel und ich habe mit jeder eine wunderschöne Zeit verbracht, aber irgendwann wurde dann mit mir Schluss gemacht. Der Grund war meist, dass sich die Frauen"untergebuttert" gefühlt haben, um es mal mit den Worten einer langjährigen Ex zu sagen.

Das mit dem"intellektuell gewachsen" möchte ich noch kurz erklären. Ich bin wohl ein Mensch, der sehr intelligent ist. Ich hatte weder in der Schule noch im Studium ein Problem, die Einsen mit nach
Hause zu bringen, wenn ich es denn wollte. Trotzdem war ich nie ganz ausgelastet und habe mir immer noch ein paar weitere Herausforderungen gesucht. Das klingt jetzt wahrscheinlich sehr arrogant, aber für mich ist Intelligenz etwas wie die Augen- oder die Hautfarbe: Man hat sie von Geburt an und muss lernen, damit zu leben und umzugehen, aber man kann sie nicht verstecken.
Dazu kommt, dass ich auch recht ansprechend aussehe. 
Auch wenn es wie ein Macho-Spruch klingt, aber es ist wirklich schwierig, eine Partnerin zu finden, die mit  BEIDEN Attributen umgehen kann, ehrlich!

Ich habe natürlich zunächst mit Freunden darüber gesprochen. Die meisten haben mit den Schultern gezuckt und gesagt: "Was willst du eigentlich, Du hast doch eine super Freundin." Also habe ich mir
gedacht:"OK, vielleicht bin ich einfach zu anspruchsvoll und investiere zu wenig meine Beziehung. Abgesehen von der Leidenschaft ist es vielleicht doch die Richtige und das wird bestimmt noch, wenn ich mir mehr Mühe gebe..."
Das hat auch ein halbes Jahr lang ganz gut geklappt, bis ich dann eine neue Kollegin bekommen habe: superhübsch, auch 29, intelligent, steht voll im Leben und weiß, was sie will. Es hat zum
ersten mal seit Jahren wieder gekribbelt, wir haben uns nett unterhalten, ein wenig geflirtet und dann hat sie mir durch die Blume zu verstehen gegeben, dass sie mehr auf "erfahrene" (= ältere) Männer steht...
Tja, jedesmal, wenn ich ihr heute begegne, bin ich mir sicherer: Das war wohl ein krasser Fall von Strohfeuer mit Selbsttäuschung.
Das hat mir dann aber doch gezeigt, dass es so mit meiner Freundin wohl nicht weiter geht. Aber ich möchte auch nicht mit ihr Schluss machen, ohne sicher zu sein, alles versucht zu haben, denn viele wichtige Dinge klappen auch sehr gut bei uns. Ich möchte aber auch nicht die Reihe der
letzten zehn Jahre fortsetzen, denn was soll nach ihr kommen? Das gleiche wie vorher?

Bin ich zu anspruchsvoll? Bemühe ich mich zu wenig in der Beziehung? Ist es für mich mit einer Frau erst dann leidenschaftlich, wenn ich von vorne herein weiß, dass ich sie nicht halten kann?
Diese Fragen stelle ich mir seit mehr als einem Jahr, vielleicht kannst Du mir ja helfen, die eine oder andere zu beantworten.

Vielen Dank und liebe Grüße,
Henrik (30)
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Hi Henrik,
du sagst:
"Auch wenn es wie ein Macho-Spruch klingt, aber es ist wirklich schwierig, eine Partnerin zu finden, die mit BEIDEN Attributen umgehen kann..."
Ich denke, die Schwierigkeit liegt eher darin, dass DU nicht mit beiden Attributen umgehen kannst: nämlich dass eine Frau zugleich intelligent und sexuell anziehend sein kann...?
Dementsprechend fragst du ja auch:
"Bin ich zu anspruchsvoll? Bemühe ich mich zu wenig in der Beziehung? Ist es für mich mit einer Frau erst dann leidenschaftlich, wenn ich von vorne herein weiß, dass ich sie nicht halten kann?"
Oder ist eine Frau evtl nur dann sexuell reizvoll, wenn du ihr intellektuell überlegen bist?
Oder hast du die Richtige einfach noch nicht gefunden?
Es gibt ja durchaus viele Frauen, die sowohl intelligent als auch spaßbetont beim Sex sind. Vielleicht ist deine momentane Freundin eigentlich auch so, aber du bringst dich beim Sex zu wenig ein, weil sie dich eben nicht so reizt? Die meisten Frauen können sexuell immer nur so gut sein, wie der Partner es zulässt...
Vermutlich könnte deine Jetzige durchaus die Richtige sein, jedoch bei dir hapert es an einer bestimmten Fähigkeit: Hingabe. Und damit meine ich nicht nur sexuelle Hingabe (sich dem Partner wirklich öffnen, sich fallen lassen, ihm vertrauen), sondern auch Hingabe in Sachen Liebe und Beziehung. Denn mir scheint, du liebst diese junge Frau (die eigentlich alles hat, was Mann braucht) gar nicht richtig. 

Du möchtest nicht die Reihe der letzten 10 Jahre fortsetzen, denn da gibt es ein Muster in deinem Unbewussten, was verhindert, dass du dich einer Frau und der Liebe wirklich hingibst. Wenn du das durchbrechen willst, musst du rausfinden, was es ist und wie du es ändern kannst (das geht wahrscheinlich nur mit fachlicher Hilfe). Kleiner Hinweis: Es hat bei dir unter anderem mit den Themen „Kontrolle und Angst vor Kontrollverlust“ zu tun.

Herzlichst
Beatrice Poschenrieder

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