Empfehlen | Drucken | Kontakt09.09.2009 - 19:48 Uhr

Schauspiel Köln: Große und kleine Dramen im Veedel

Erster Blick in das "neue" Theater am Gladbacher Wall

Shakespeare und Co. fürs Veedel: Ab September wird das Schauspiel Köln seine Zelte im EXPO XXI-Gebäude am Gladbacher Wall aufschlagen. Schon jetzt wurde drei Tage lang ausprobiert, wie man in der 4000 Quadratmeter großen Ausstellungshalle Theater machen kann. EXPRESS war dabei.

Abends um halb neun. Nach einem anstrengenden Tag (am 26. September hat ihr „King Lear“ Premiere“, der Start für die letzte Spielzeit am Offenbachplatz) hat Intendantin Karin Beier nur noch Augen und Ohren für das neue Haus.

Kabarett A-Z
Raketen-Klub
Horizont-Thaeter

Auf der Krefelder Straße 26 ist das Kabarett A-Z, wo vor allem das Duo Corinne Walter und Frank Zollner seine Programm zeigt.

Weidengasse 21: Im Hinterhof wird im Raketenklub Theater gemacht – rau, experimentell, unkonventionell, aber mit sehr viel Herzblut.

Auf der anderen Seite der Nord-Süd-Fahrt, am Türmchenswall 25, hat das Horizont-Theater schon seit vielen Jahren seine Heimat. Das Programm: ein Mix aus Kinder- und Jugendtheater und modernen Klassikern.

Das Technik-Team hat die große Halle unterteilt. Im vorderen Teil gibt es ein kleines Theater. „Um uns so etwas wie die Schlosserei zu erhalten – für experimentellere Sachen“, erklärt Karin Beier.

Dafür ist der „große Saal“ um so wuchtiger: Vor einem Podest für Zuschauer ist auf dem Boden die 20 Meter breite Bühne abgeklebt. Links und rechts hängen Mollton-Vorhänge, um den riesigen Raum ein wenig einzugrenzen. In der Mitte steht Ton-Chef Burkhard Hentschel und testet ein Mikroport.

„Sprich doch mal ohne das Mikro“, bittet Karin Beier und freut sich: „Ich kann dich noch gut verstehen! Die Akustik ist nicht so schlecht, wie ich gedacht habe.“

Die Licht-Crew hat einige Scheinwerfer montiert. Die Frage: Wie wirkt sich das Licht auf die Halle aus? Das Problem: Wenn es auf den nackten, grauen Hallenboden fällt, wird es reflektiert – an die hellgraue Metall-Decke, die es noch einmal reflektiert.

Der schwarze Gummiboden, den die Männer auf der einen Bühnenhälfte ausgelegt haben, spiegelt nicht so stark, gefällt aber der Chefin nicht so gut.

Eine Lösung könnte Stoff sein, der an der Decke gespannt wird. „Es darf aber nicht zu sehr zugehängt sein. Wir müssen den Charakter der Halle erhalten und nicht so tun, als seien wir in einem richtigen Theater.“ Aber fürs Austüfteln und für Lösungen ist ja noch ein Jahr lang Zeit ...

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