Empfehlen | Drucken | Kontakt09.09.2009 - 18:53 Uhr

Irre: Das schmalste Haus von Köln

Foto: uwe weiser
Köln –  

Wenn Inga Riedel ihre Arme weit ausstreckt, kann sie fast die Seitenwände ihres Büros berühren. Sie arbeitet am Eigelstein 115, im schmalsten Haus von Köln: gerade mal 2,56 Meter breit und dafür bis zu 30 Meter lang!

Ein Hingucker, den man beim Vorbeigehen leicht übersieht, weil das Haus zwischen seinen Nachbarn fast nicht auffällt. Aber seit es 1997 für rund 1,1 Millionen Mark gebaut wurde, haben vor allem Architektur-Fans ein Auge darauf geworfen: Es wurde immer wieder mit Preisen ausgezeichnet.

Dabei war der Anfang alles andere als rosig: „Ich bin beim Kauf des Grundstücks vom Makler betuppt wurden“, erzählt Eigentümerin Dr. Annemarie Keller. Sie lebt in Süddeutschland, kannte sich in Köln nicht aus.

„Damals war auf dem Grundstück ein Laden, der mir Miete einbrachte. Als er insolvent ging und ich weitervermieten wollte, gab es plötzlich die Auflage der Stadt, die Baulücken müsste geschlossen werden.“

Das schmalste Haus von Köln
Bildergalerie ( 4 Bilder )

Da trat der Architekt Arno Brandlhuber auf den Plan. Er hatte die Idee, die Außenmauern der Nachbarn gleichzeitig zu den Außenmauern des neuen Hauses zu machen.

Und innen alles möglichst platzsparend anzulegen: Die Appartements in den oberen Stockwerken bestehen zum Teil nur aus einem Raum mit kleiner Kochnische und abgetrenntem Bad. Witziges Beispiel fürs Platzsparen: Die Türklingeln sind in die Haustür eingebaut.

Und wie fühlt sich die Eigentümerin heute mit ihrem Schmuckstück? „Ich finde es toll, das es Preise gewonnen hat“ sagt sie und es klingt Besitzerstolz in ihrer Stimme.

„Aber finanziell bin ich damit noch lange nicht aus dem Schneider.“ Und so richtig hängt sie am Schmuckstück des Veedels nicht: „Wenn Sie jemanden wissen, der es kaufen möchte ...“

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