Empfehlen | Drucken | Kontakt09.09.2010 - 16:54 Uhr

Der Frisör: Die Nassrasur à la siciliana

EXPRESS-Reporter Axel Hill genießt eine Runde „sizilianische Wellness“ im Salon von Filippo Suffia.
EXPRESS-Reporter Axel Hill genießt eine Runde „sizilianische Wellness“ im Salon von Filippo Suffia.

Aus den Lautsprechern im Salon in der Ewaldistraße kommt Boney M.s Gangster- Nummer „Ma Baker“, derweil Filippo Suffia (58) das Messer vorbereitet – für eine „Nassrasur à la siciliana“, eine Rasur, wie er sie in seiner sizilianischen Heimat gelernt hat. Los geht's damit, dass die Haut schön weich wird, warme, trockene Handtücher helfen da genauso wie das mentholhaltige „Proraso“, mit der das Gesicht eingecremt wird. Dann kommt der Meister mit Pinsel und Rasiercreme: „Es ist egal, welche Marke, sie schäumen alle.“ Dank des rhythmischen Einsatzes des Pinsels, der gleichzeitig auch die Haut massiert. „Locker halten!“ so das Kommando des Figaro. Nicht leicht, wenn er das scharfe Rasiermesser ansetzt und sich nach und nach der Bartstoppeln annimmt – aber niemals gegen den Strich. Zur Beruhigung, vor allem der Haut, gibt's anschließend eine kalte Kompresse. „So schließen sich die Poren.“ Die sind aber noch offen genug, um zu spüren, wie der Alaunstein brennt – und gleichzeitig desinfiziert. Anschließend nochmal eine Portion Proraso – und fertig ist die sizilianische Rasur. „Es ist ein bisschen schade, dass das heute kaum noch jemand in Anspruch nimmt. Zu Hause gehörte das dazu.“ Denn anschließend war man nicht nur gut rasiert, sondern auch gut informiert über die neuesten Neuigkeiten. „Da brauchte man keine Zeitung.“

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