Der vertraute Klang gehört zum Veedel: Seit 105 Jahren erklingen die Glocken der Agneskirche - und erzählen ein Stück kölscher Stadtgeschichte, eng verbunden mit großer Weltpolitik.
Galeriezur GalerieGalerie: So kamen die Glocken in die Agneskirche
Januar 1902: Die erste Messe in St. Agnes – noch ohne Glocken. Die ersten vier wurden erst im Jahr darauf in Auftrag gegeben und 1904 geweiht.
Im Mai 1917 – der Erste Weltkrieg wütet seit drei Jahren – werden die Glocken beschlagnahmt, sie sollen zu Waffen und Munitionen verarbeitet werden. Letztendlich wird aber nur eine Glocke geopfert.
Im Zweiten Weltkrieg werden drei Glocken eingeschmolzen, die kleinste bleibt. Nach dem Krieg kommen eine „Leihglocke“ – sie stammt aus Oberschlesien, befand sich noch in einem Glockensammellager – und eine neu gegossene Glocke hinzu.
Als 1960 der Kirchenvorstand beschließt, ein Sechs-Glocken-Geläut anzuschaffen, passen diese drei vom Klang nicht mehr dazu. Die Leihglocke wandert nach St. Gertrud, die beiden anderen werden für die neuen Glocken eingeschmolzen.
Und so läuten ab Juli 1960 die neuen Glocken mit sechs verschiedenen Tönen – bis zum Brand der Kirche am 18. Juni 1980. Das Feuer hatte den Klang beeinträchtigt. Und noch einmal wurden neue Glocken für die Kirche gegossen, die seit dem ersten Advent 1982 Stunde um Stunde im Veedel schlagen.
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