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Schmadtke, Wehrle, Stöger: Die Baumeister des Aufschwungs


Köln –  

Wie schnell sich die Dinge doch ändern können. „Im Mai letzten Jahres saßen wir hier ohne einen Geschäftsführer Sport, ohne Trainer - und mit einer Deckungslücke von 6,5 Millionen Euro“, erinnert sich Alexander Wehrle. Doch in einem intensiven Sommer wurde die Wende geschafft: Nach dem man bei einigen Kandidaten wie Salzburgs Roger Schmidt abgeblitzt war, gelang mit der Verpflichtung des österreichischen Meister- Trainers Peter Stöger ein Glücksgriff.

Es war die letzte große Amtshandlung des fachlich starken, aber medienscheuen Fußball- Chefs Jörg Jakobs, ehe er freiwillig hinter einem Kumpel ins zweite Glied rückte: Jörg Schmadtke heuerte beim FC an, es gelangen die Transfers von Anthony Ujah, Daniel Halfar und Patrick Helmes, nun war man aufstiegsfähig. EXPRESS beleuchtet die Baumeister des Aufschwungs.

Schwabe Wehrle kann nicht nur sparen

Dass Präsident Werner Spinner auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer auf einen Schwaben kam, verwunderte nichtwirklich angesichts des riesigen Schuldenbergs. Doch längst ist klar: Wer glaubt, Wehrle wäre nur zum sparen gekommen, der irrt. Der 38-Jährige hat es bislang verstanden, ökonomische Zwänge mit sportlichen Zielen und dem nötigen Schuss unternehmerischen Risikos unter einen Hut zu bringen.

Wehrle trotzte den Kölner Sportstätten einen neuen Kontrakt über die Stadionpacht ab, brachte aber auch das nötige Kleingeld auf, damit ein aufstiegstauglicher Kader auf die Beine gebracht werden konnte. „Wir wollen aufsteigen und uns in der Ersten Liga etablieren“, sagt Wehrle. Er hat das geschafft, was seine Vorgänger vergeblich versuchten: Er hat einen Budgetplan aufgestellt, der hält. In Köln ganz neue Töne - und deshalb wurde sein Kontrakt unlängst auch bis 2017 ausgedehnt.

Schmadtke zeigt die nötige Weitsicht

„Ruhig, ganz ruhig.“ Das Mini-Video, das der FC nach dem erstmaligen Sprung an die Tabellenspitze mit Jörg Schmadtke drehte, erreichte schnell Kultstatus. Denn es enthält ja mehr als ein Körnchen Wahrheit: Der gebürtige Düsseldorfer, der nun im Kölner Agnesviertel lebt, ist Kölns Fels in der Brandung. Völlig unaufgeregt lässt er den Stress des Aufstiegskampfs an sich abprallen. Klare Entscheidungen lassen das Vertrauen in ihn wachsen.

Die Vertragsverlängerung von FC-Juwel Yannick Gerhardt zeugt genauso von der Weitsicht Schmadtkes wie die Entscheidung, einen Schlussstrich unter die Akte Chihi zu ziehen und McKenna früh alle Illusionen über einen Bundesliga-Vertrag zu nehmen. Beides sind Dinge, die früher wohl anders ausgegangen wären, doch der FC ist auf dem Weg zu einem normalen Fußballklub, und da gehören solche Entscheidungen nun mal dazu. Schmadtke trifft sie.

„Stöger hat eine mentale Gabe!“

Das Geheimnis des Erfolgs von Peter Stöger ist schwer zu benennen. Klar, seine Personalentscheidungen haben Hand und Fuß, er hat das Selbstbewusstsein, seine exzellenten Mitarbeiter wie Co-Trainer Manfred Schmid, Torwart-Coach Alex Bade, Fitness-Trainer Benny Kugel oder Chef-Physio Klaus Maierstein machen zu lassen. Aber was macht Stöger wirklich aus? Ein alter Weggefährte kam der Sache recht nahe. Franz Wohlfahrt, ehemaliger Keeper des VfB Stuttgart und nun Torwarttrainer der Nationalelf: „Peter weiß, wie man die Profis von heute behandeln muss. Er hat so eine mentale Gabe: Er macht den Menschen besser. Und wenn der besser wird, wird auch der Spieler besser.“

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